Politik

UN-Klimachefin pocht auf ehrgeizigere Ziele der einzelnen Länder

  • AFP - 31. Juli 2021, 14:22 Uhr
Bild vergrößern: UN-Klimachefin pocht auf ehrgeizigere Ziele der einzelnen Länder
Verbrannter Wald in ungewöhnlicher Hitzewelle in Finnland
Bild: AFP

Die UN-Klimachefin Patricia Espinosa hat die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens zu ehrgeizigeren nationalen Klimazielen aufgefordert.

Die UN-Klimachefin Patricia Espinosa hat die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens zu ehrgeizigeren nationalen Klimazielen aufgefordert. Nur etwas mehr als die Hälfte der Vertragsstaaten hätten den Vereinten Nationen aktualisierte Pläne zur Reduzierung ihrer CO2-Emissionen vorgelegt, kritisierte die Leiterin des UN-Klimasekretariats am Samstag. Unzufrieden zeigte sich Espinosa auch mit dem "Ambitionsniveau" der vorliegenden nationalen Klimaschutzpläne.

"Die jüngsten extremen Hitzewellen, Dürren und Überschwemmungen rund um den Globus sind eine schreckliche Warnung, dass viel mehr getan werden muss, und dass es viel schneller getan werden muss", erklärte Espinosa. Dies funktioniere nur, wenn die einzelnen Staaten "ehrgeizigere" Klimaziele definierten. 

Das Pariser Klimaschutzabkommen ist ein rechtlich bindender internationaler Vertrag, der im Dezember 2015 von 196 Staaten unterzeichnetet wurde. Es sieht die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor. 

Gemäß dem Abkommen sollten die Unterzeichnerstaaten bis spätestens Ende 2020 ihre neuen oder aktualisierten nationalen Aktionspläne bei den UNO vorlegen. Unter Verweis auf die Corona-Pandemie und die Verschiebung der internationalen Klimaschutzkonferenz in Glasgow auf November dieses Jahres hatten aber etliche Regierungen erklärt, diese Frist nicht einhalten zu können. Nur 75 Staaten reichten bis Dezember 2020 ihre Klimaschutzvorhaben ein.

Bis zur neuen Frist am Freitag lagen laut Espinosa die Pläne von insgesamt 110 Vertragsparteien vor, darunter jener der USA, die nach dem Amtsantritt ihres neuen Präsidenten Joe Biden in das Pariser Klimaschutzabkommen zurückgekehrt waren. Dass nur 54 Prozent der Pariser Unterzeichnerstaaten ihre Aktionspläne eingereicht hätten, sei "alles andere als zufriedenstellend", bemängelte Espinosa.

Weitere Meldungen

Regierende Sozialisten bei Kommunalwahlen in Portugal stärkste Kraft

Die regierenden Sozialisten in Portugal haben sich bei den Kommunalwahlen am Sonntag als stärkste Kraft behauptet - in Lissabon aber eine überraschende Niederlage erlitten. Das

Mehr
Umweltverbände: In Koalitionsverhandlungen Fokus auf den Klimaschutz legen

Umweltorganisationen haben die als Regierungspartner im Bund in Frage kommenden Parteien aufgefordert, den Klimaschutz zum zentralen Thema zu machen. "Weder SPD noch Union oder

Mehr
Gruppe mit Megafon stört Grünen-Wahlparty in Karlsruhe

In Karlsruhe ist am Sonntagabend eine Wahlparty der Grünen von etwa 40 Menschen gestört worden, die offenbar zur Antifa gehören. Zwei Gruppen von je 15 bis 20 Menschen hätten

Mehr

Top Meldungen

Berliner stimmen für Enteignung von Wohnungskonzernen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Berliner haben sich in einem Volksentscheid mit deutlicher Mehrheit für die Enteignung großer Immobilienkonzerne ausgesprochen. Laut

Mehr
Stimmung in deutscher Exportindustrie verbessert

München (dts Nachrichtenagentur) - In der deutschen Exportindustrie hat sich die Stimmung zuletzt verbessert. Die Exporterwartungen seien im September von 17,0 auf 21,0 Punkte

Mehr
Kartellamtschef glaubt nicht an "Weltkartellamt"

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, glaubt nicht an die Einrichtung eines "Weltkartellamts". Er habe die Diskussion über eine

Mehr