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Israel macht Iran für tödlichen Angriff auf Öl-Tanker verantwortlich

  • AFP - 31. Juli 2021, 13:41 Uhr
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Der Vorfall ereignete sich im nördlichen Indischen Ozean
Bild: AFP

Israel hat den Iran beschuldigt, hinter einem tödlichen Angriff auf einen Öltanker zu stecken und auf eine scharfe internationale Reaktion gedrängt. Bei dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Tanker waren zwei Besatzungsmitglieder getötet worden.

Israel hat den Iran beschuldigt, für einen tödlichen Angriff auf einen Öltanker im Indischen Ozean verantwortlich zu sein. Darauf müsse es eine scharfe internationale Reaktion geben, erklärte Außenminister Jair Lapid. Er habe israelische Diplomaten angewiesen, sich für eine UN-Reaktion auf das "terroristische" Vorgehen Teherans einzusetzen. Bei dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebenen Tanker waren am Donnerstag zwei Besatzungsmitglieder getötet worden.

"Der Iran ist nicht nur ein Problem Israels, sondern ein Exporteur von Terrorismus, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schadet", schrieb Lapid am Freitagabend auf Twitter. "Wir dürfen angesichts des iranischen Terrorismus, der auch die Freiheit der Schifffahrt beeinträchtigt, niemals schweigen."

Bei dem Angriff auf den Tanker "MT Mercer Street", der einen japanischen Eigner hat und von der Firma Zodiac Maritime des israelischen Unternehmers Ejal Ofer betrieben wird, waren ein Rumäne und ein Brite getötet worden. Lapid erklärte, er habe auch mit Großbritanniens Außenminister Dominic Raab über die "Notwendigkeit einer ernsten Reaktion auf den Angriff auf das Schiff" gesprochen.

Nach Betreiber-Angaben befand sich der Tanker zum Zeitpunkt des Angriffs vor der Küste des Oman. Das Schiff war demnach ohne Fracht auf dem Weg vom tansanischen Daressalam nach Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Nach Angaben der US-Armee reagierten US-Marinesoldaten auf einen Notruf der Besatzung des Schiffs und unterstützten die Besatzung nach dem Angriff an Bord. Es gebe "klare" Hinweise auf einen Drohnenangriff auf das Schiff, erklärte das US-Militär. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf namentlich nicht genannte israelische Regierungsvertreter, dass der Anschlag mit mehreren Drohnen ausgeführt worden sei. 

Ein offizielles Bekenntnis zu dem Angriff auf die "MT Mercer Street" gab es zunächst nicht. Der iranische Staatssender Al-Alam berichtete jedoch unter Berufung auf "informierte regionale Kreise", der Angriff sei eine "Antwort auf einen kürzlich erfolgten israelischen Angriff" auf einen syrischen Flughafen gewesen. Der Iran gehört zu den wichtigsten Unterstützern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und dessen Truppen. Gegen den wachsenden Einfluss des Iran in Syrien geht Israel regelmäßig mit Luftangriffen vor. 

In der Golfregion gibt es immer wieder Angriffe auf Schiffe, die Experten als Teil eines Schattenkrieges zwischen Israel und dem Iran werten. Analysten von der auf maritime Sicherheit spezialisierten Beratungsfirma Dryad Global erklärten, der Angriff auf die "MT Mercer Street" sei seit Februar die "fünfte Attacke auf ein Schiff, das in Verbindung mit Israel steht". Im selben Zeitraum habe es zwei Angriffe auf Schiffe mit Verbindungen zum Iran gegeben.

Der frühere israelische Brigadegeneral und Sicherheitsexperte Schlomo Brom sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Angriff auf die "MT Mercer Street" weise ähnliche Eigenschaften auf wie ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf eine iranische Zentrifugenfabrik im Juni, für die Israel verantwortlich gemacht wurde. 

"Die Iraner imitieren uns und wenden dieselben Techniken an", sagte Brom. An einer "größeren Eskalation" seien aber weder der Iran noch Israel interessiert. 

Die Attacke auf den unter liberischer Flagge fahrenden Öl-Tanker ereignete sich vor dem Hintergrund der schwierigen Gespräche über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran in Wien. Die Verhandlungen, an denen indirekt auch die USA teilnehmen, waren zuletzt ausgesetzt worden und sollen erst nach der Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi in der kommenden Woche fortgesetzt werden. 

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