Brennpunkte

Gaddafi-Sohn Seif al-Islam äußert Präsidentschaftsambitionen

  • AFP - 30. Juli 2021, 18:21 Uhr
Bild vergrößern: Gaddafi-Sohn Seif al-Islam äußert Präsidentschaftsambitionen
Seif al-Islam (im August 2011)
Bild: AFP

Seif al-Islam, wegen Kriegsverbrechen international gesuchter Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, hat Präsidentschaftsambitionen geäußert.

Seif al-Islam, wegen Kriegsverbrechen international gesuchter Sohn des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, hat Präsidentschaftsambitionen geäußert. In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "New York Times" sagte der seit Jahren nicht mehr öffentlich aufgetretene Gaddafi-Sohn, die libyschen Politiker der vergangenen zehn Jahre hätten dem Land "nichts als Elend" gebracht. Nun sei es "Zeit für eine Rückkehr zur Vergangenheit".

Vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wird al-Islam wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gesucht. Ein Gericht in Tripolis verurteilte ihn zudem 2015 in Abwesenheit zum Tode. Er sei "zuversichtlich, dass diese juristischen Probleme wegverhandelt werden können", wenn eine Mehrheit der Libyer ihn "als ihren Anführer wollen", sagte al-Islam der "New York Times".

Seif al-Islam galt lange als möglicher Nachfolger seines Vaters. Vor der Revolte gegen Gaddafi galt er als Befürworter einer Annäherung an den Westen und einer Öffnung des Systems, nach Beginn der Proteste im Februar 2011 befürwortete er jedoch ein hartes Vorgehen gegen die Opposition. Einen Monat nach dem Tod seines Vaters im Oktober 2011 wurde auch Seif al-Islam gefasst.

Bis zu dem aktuellen Interview, das laut der Zeitung in einer Villa in der libyschen Stadt Sintan geführt wurde, hatte es seit Juni 2014 kein öffentliches Lebenszeichen des Gaddafi-Sohnes gegeben. In dem Interview sagte er nun, die Milizionäre, die ihn einst festgenommen hätten, seien heute seine "Freunde". Er sei ein freier Mann, der seine Rückkehr in die Politik organisiere.

Libyen ist seit dem Sturz Gaddafis 2011 von gewaltsamen Konflikten und Machtkämpfen geprägt. Auch ausländische Truppen und Söldnergruppen etwa aus Russland und der Türkei sind vor Ort in Kämpfe verwickelt. Unter der aktuellen Übergangsregierung von Ministerpräsidenten Abdul Hamid Dbeibah sind Parlamentswahlen für den 24. Dezember geplant. Eine seit Oktober geltende Waffenruhe in dem Land gilt als brüchig.

Weitere Meldungen

Mönche demonstrieren gegen Militärjunta in Myanmar

In Myanmar sind dutzende buddhistische Mönche aus Protest gegen die Militärjunta auf die Straße gegangen. Die Gläubigen in orangefarbenen und roten Roben zogen mit Fahnen und

Mehr
Kataloniens Ex-Regierungschef lässt sich in Sardinien nach Freilassung feiern

Der katalanische Ex-Regierungschef Carles Puigdemont hat sich nach seiner Freilassung auf Sardinien am Samstag in der Stadt Alghero von Anhängern feiern lassen. Puigdemont zeigte

Mehr
Flughafenbetrieb auf La Palma wegen des Vulkanausbruchs eingestellt

Angesichts der Aschewolken durch die Eruption des Vulkans Cumbre Vieja ist der Betrieb am Flughafen auf der Kanaren-Insel La Palma eingestellt worden. Wie die

Mehr

Top Meldungen

IW: Öffentliche Ausschreibungen können CO2-Ausstoß verringern

Köln (dts Nachrichtenagentur) - Der Staat kann durch eine nachhaltige öffentliche Beschaffung Emissionen reduzieren und so Unternehmen unterstützen. Das geht aus einer neuen

Mehr
Kein Lenkungseffekt durch EU-Plastikabgabe

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die seit Anfang des Jahres geltende EU-Plastikabgabe hat bisher keine Lenkungswirkung entfaltet. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter

Mehr
DIHK verzeichnet bis Ende August 236.500 neue Ausbildungsverträge

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) blickt optimistisch auf das aktuelle Ausbildungsjahr. "Angesichts der demografischen

Mehr