Finanzen

Versicherer erhöhen Schadenprognose nach Unwetter auf bis zu 5,5 Milliarden Euro

  • AFP - 27. Juli 2021, 15:29 Uhr
Bild vergrößern: Versicherer erhöhen Schadenprognose nach Unwetter auf bis zu 5,5 Milliarden Euro
Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Laach
Bild: AFP

Die Versicherungswirtschaft hat ihre vorläufige Prognose der Schäden nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland erhöht. 'Wir gehen jetzt von versicherten Schäden zwischen 4,5 Milliarden und 5,5 Milliarden Euro aus', erklärte der GDV.

Die Versicherungswirtschaft hat ihre vorläufige Prognose der Schäden nach der Hochwasserkatastrophe in Deutschland erhöht. "Wir gehen jetzt von versicherten Schäden zwischen 4,5 Milliarden und 5,5 Milliarden Euro aus", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, am Dienstag. In die Schätzung wurden neben den besonders betroffenen Ländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nun auch Schäden in Sachsen und Bayern einbezogen.

Vor knapp einer Woche war der GDV zunächst von vier bis fünf Milliarden Euro Schäden ausgegangen und hatte sich dabei zunächst auf die am stärksten betroffenen Gebiete konzentriert. Von den nun ermittelten Gesamtschäden entfallen demnach fünf bis zehn Prozent auf Bayern und Sachsen. Von den verbliebenen Schäden entfallen laut GDV etwa zwei Drittel auf Rheinland-Pfalz und ein Drittel auf Nordrhein-Westfalen.

Besonders schwer sind den Angaben zufolge die Schäden durch zerstörte Fahrzeuge - hier liegt der versicherte Schaden für die Kfz-Versicherer demnach bei rund 200 Millionen Euro und für die Transportversicherer bei rund 100 Millionen Euro. Laut GDV wurden durch die Unwetter rund 40.000 Kraftfahrzeuge beschädigt oder zerstört.

Der GDV rechnet nach Asmussens Worten damit, dass 2021 mit Stürmen, Überschwemmungen, Starkregen und Hagel "zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden" wird. Damals hatte der versicherte Unwetterschaden bei insgesamt 10,9 Milliarden Euro gelegen.

Zuvor hatte am Dienstag bereits die Allianz eine Schätzung abgegeben, sie ist Mitglied im GDV. Die Versicherungsgesellschaft rechnet mit Zahlungen von über 500 Millionen Euro an ihre Kunden. Gegenwärtig rechnet die Allianz mit über 30.000 Sachschäden und mehr als 5000 Fahrzeugschäden.

In den betroffenen Gebieten seien derzeit dutzende Experten der Allianz sowie externe Gutachter tätig, um die Schäden zu prüfen, hieß es. Die Allianz rechnet mit vielen weiteren Schadenmeldungen in den kommenden Tagen.

Auch der GDV will seine Zahlen fortlaufend aktualisieren. Es könne indes noch "Wochen" dauern, bis detailliertere Daten vorliegen. Die Aufnahme der Schäden sowie "schnelle Erstzahlungen" hätten zunächst Vorrang.

Weitere Meldungen

Kein Lenkungseffekt durch EU-Plastikabgabe

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die seit Anfang des Jahres geltende EU-Plastikabgabe hat bisher keine Lenkungswirkung entfaltet. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter

Mehr
IWF mahnt Australiens Politik zum Eingreifen auf überhitztem Immobilienmarkt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Australiens Regierung zum Eingreifen auf dem überhitzten Immobilienmarkt gedrängt und eindringlich vor einer Blase gewarnt. Die rasant

Mehr
Allianz nennt erste Details zur neuen Strategie

München (dts Nachrichtenagentur) - Allianz-Chef Oliver Bäte hat erste Details zur neuen Strategie genannt, die am 3. Dezember vorgestellt werden soll. "Ich würde auch aus

Mehr

Top Meldungen

Berliner stimmen für Enteignung von Wohnungskonzernen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Berliner haben sich in einem Volksentscheid mit deutlicher Mehrheit für die Enteignung großer Immobilienkonzerne ausgesprochen. Laut

Mehr
Stimmung in deutscher Exportindustrie verbessert

München (dts Nachrichtenagentur) - In der deutschen Exportindustrie hat sich die Stimmung zuletzt verbessert. Die Exporterwartungen seien im September von 17,0 auf 21,0 Punkte

Mehr
Kartellamtschef glaubt nicht an "Weltkartellamt"

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, glaubt nicht an die Einrichtung eines "Weltkartellamts". Er habe die Diskussion über eine

Mehr