Wirtschaft

DIHK-Präsident sieht noch keinen Wendepunkt in Coronakrise

  • dts - 27. Mai 2020
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Zwei Männer mit Atemschutzmaske in Berliner S-Bahn
dts

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Berlin - Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, sieht den Wendepunkt in der Coronakrise noch nicht erreicht. "So groß einerseits das Aufatmen bei vielen im Land ist – klar ist jedoch auch: Die große Herausforderung das Wiederhochlaufen der Wirtschaft zu bewerkstelligen, steht uns noch bevor. Jetzt von einem Wendepunkt zu sprechen, ist in jedem Fall zu früh", sagte Schweitzer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Weiterhin gelte: "Lieferketten sind unterbrochen, neue Aufträge sind nach wie vor Mangelware", so der DIHK-Präsident weiter. Mit Blick auf ein mögliches Konjunkturpaket forderte er, die "Unternehmen zu stärken und den Standort Deutschland zu modernisieren". So müsse die steuerliche Verlustrechnung verbessert werden, um den Unternehmen Liquidität und Eigenkapital zu bringen und sie so zu Investitionen anzuregen. "Nur mit Wachstum und Beschäftigung können wir auch die finanziellen Lasten der Coronakrise mittel- bis langfristig schultern", sagte Schweitzer. Aktuell ginge es aber darum, die "wirtschaftliche Basis insgesamt zu sichern und bisher gesunde Unternehmen zu stabilisieren". Dafür brauche es kurzfristig die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigte Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen. Anders als der DIHK-Präsident zeigen sich führende Ökonomen zuversichtlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung bereits eine Wende eingeleitet hat: "Wir haben das Tal der Tränen erreicht und robben uns raus", sagte Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), den Zeitungen. Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Gabriel Felbermayr, sagte, die deutsche Wirtschaft "dürfte ihren Tiefpunkt im April erreicht und durchschritten haben." Im Zuge der ersten Lockerungen gehe es "seit etwa Mai wieder aufwärts." Darauf deuteten Daten wie etwa der Stromverbrauch hin. Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte in der Spitze rund 15 Prozent unter ihrem Niveau vor der Coronakrise gelegen haben, so der IfW-Präsident. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), hält es dagegen zwar für zu früh, um von einer Wende zu sprechen, aber bei der deutschen Konjunktur zeichne sich eine "Bodenbildung" ab. "Nach dem Einbruch der Wirtschaftsaktivität bin in den April hinein hat sich die Lage im Mai stabilisiert", sagte Dullien den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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