Wirtschaft

Freiberufler fordern Ausweitung der Soforthilfe

  • dts - 24. Mai 2020
Bild vergrößern: Freiberufler fordern Ausweitung der Soforthilfe
Wegen Corona geschlossene Theaterkasse
dts

.

Berlin - Der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) dringt auf eine Verlängerung und Ausweitung der Corona-Soforthilfe-Programme von Bund und Ländern. "Der Corona-Rettungsschirm lässt gerade kleine Unternehmen auch bei den Freien Berufen im Regen stehen. Bei der Soforthilfe und den Kreditangeboten muss dringend nachgesteuert werden", sagte BFB-Präsident Wolfgang Ewer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

Er forderte, dass die Frist zur Beantragung der staatlichen Soforthilfe verlängert wird. Diese läuft planmäßig am 31. Mai ab. Allerdings würden bei vielen Freiberuflern Umsätze und Liquidität erst zeitversetzt wegbrechen, warnte Ewer.

"Anträge sollten also nicht nur bis Ende Mai, sondern mindestens bis Ende August gestellt werden können." Zudem forderte Ewer, der als BFB-Präsident die freiberuflichen Kammern und Verbände sowohl von 1,43 Millionen Selbstständigen als auch von über vier Millionen Angestellten vertritt, dass die Hilfen ausgeweitet werden. "Die Soforthilfe soll ausgeweitet werden auf die Deckung des Lebensunterhalts und sich nicht ausschließlich auf Betriebsmittel erstrecken", sagte Ewer. Viele Freiberufler würden aus den laufenden Einnahmen ihren Lebensunterhalt decken, oft diene die Wohnung auch als Arbeitsstätte.

Eine Unterscheidung zwischen privaten und beruflichen Bereich sei daher oft kaum möglich, so Ewer. Dies führe zu Verunsicherungen, so der BFB. So habe eine Umfrage unter den Landesverbänden ergeben, dass viele Freiberufler keine Anträge stellen, da sie Sanktionen aufgrund unwissentlich unberechtigt gestellter Anträge fürchten. Kritik äußern die Freiberufler auch an den KfW-Krediten. Die Umfrage unter den Landesverbänden habe ergeben, dass viele Freiberufler weiterhin von einem restriktiven Verhalten ihrer Hausbanken berichten. Auch kämen Schnellkredite oft nicht in Betracht, da sie für Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern vorgesehen sind, der durchschnittliche Freiberufler aber nur drei Mitarbeiter habe. "So können Kleinstunternehmen nicht auf die zu 100 Prozent staatlich garantierte Kreditlinie der KfW zurückgreifen. Hier muss eine Lösung geschaffen werden", sagte Ewer.

Weitere Meldungen

Deutsche und französische Industrie fordern rasche Konjunkturmaßnahmen

Berlin/Paris - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und die französische Kammer CCI France fordern von der EU schnelle Konjunkturmaßnahmen. "Die Priorität besteht

Mehr
EZB warnt wegen Corona-Schulden vor Gefahren für Einheit der Euro-Zone

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angesichts der massiven Staatsverschuldung in der Corona-Krise vor wachsenden Gefahren für die gemeinsame Zukunft der Euro-Zone gewarnt.

Mehr
Europäischer Handel will Hilfen zur Wiederbelebung von Privatkonsum

Berlin/Brüssel - Die Präsidenten der Handelsverbände aus Deutschland (HDE), Frankreich und Italien appellieren an die EU-Kommission, im Rahmen ihres Wiederaufbauplans auch

Mehr

Top Meldungen

Erste-Group-Chef verteidigt Corona-Plan von Merkel und Macron

Wien - Nach der Kritik von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) an dem 500-Milliarden-Euro-Hilfspaket erfährt der Corona-Plan von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)

Mehr
Arbeitsmarktexperte befürchtet schwere Corona-Folgen für Azubis

Koblenz - Der Sozialwissenschaftler und Arbeitsmarktexperte Stefan Sell befürchtet schwere Folgen durch die Coronakrise für die aktuelle Generation der Auszubildenden in

Mehr
Regierung und Sozialpartner wollen "Schutzschirm für Ausbildung" aufspannen

Verlässliche Ausbildung trotz Corona-Krise: Eine breite Allianz aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften will sich dafür einsetzen, dass Azubis auch in Zeiten der Pandemie ihre

Mehr