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Afghanistans Präsident Ghani akzeptiert von Taliban vorgeschlagene Waffenruhe

  • AFP - 23. Mai 2020, 22:23 Uhr
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Afghanische Soldaten in Kundus
Bild: AFP

Die radikalislamischen Taliban haben eine dreitägige Waffenruhe in Afghanistan angekündigt. Präsident Ghani erklärte daraufhin, die afghanische Armee werde ebenfalls eine dreitägige Kampfpause einhalten.

Die afghanische Regierung und die radikalislamischen Taliban haben sich auf eine dreitägige Waffenruhe verständigt. Nach der überraschenden Ankündigung der Islamistenmiliz, von Sonntag an sämtliche Angriffe vorübergehend einzustellen, kündigte Präsident Aschraf Ghani am Samstagabend an, die afghanische Armee werde ebenfalls eine dreitägige Kampfpause einhalten. 

"Ich begrüße die Ankündigung einer Waffenruhe durch die Taliban", schrieb Ghani im Kurzbotschaftendienst Twitter. Im Fall eines Angriffs werde sich die Armee aber verteidigen. 

Die Taliban hatten kurz zuvor angekündigt, während der bevorstehenden Eid-al-Fitr-Feiertage auf "offensive Operationen gegen den Feind" zu verzichten. Mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens wird von Sonntag an das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gefeiert.

Seit dem Einmarsch der US-Truppen 2001 hatte es erst einmal eine Waffenruhe zwischen den Taliban und den afghanischen Regierungstruppen gegeben. Die Feuerpause während der Eid-al-Fitr-Feiertage 2018 sorgte für spontane Feiern auf den Straßen.

Die USA und die Taliban hatten Ende Februar nach monatelangen Verhandlungen ein Abkommen unterzeichnet, das unter anderem einen Teilabzug der US-Truppen vorsieht und den Weg für einen dauerhaften Frieden in Afghanistan ebnen soll. Nach mehreren Taliban-Anschlägen mit dutzenden Toten steht der fragile Friedensprozess aber wieder auf der Kippe. 

Taliban-Chef Haibatullah Achundsada hatte die USA am Mittwoch aufgefordert, die Chance auf ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts nicht verstreichen zu lassen. Die Taliban fühlten sich dem Abkommen weiter "verpflichtet", erklärte er. Auch die "andere Seite" solle sich an ihre Zusagen halten und diese "entscheidende Chance" nicht vertun.

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