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Pakistanische Staatsanwaltschaft legt im Mordfall Daniel Pearl Berufung ein

  • AFP - 4. April 2020, 12:09 Uhr
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Der US-Journalist Daniel Pearl wurde brutal ermordet
Bild: AFP

Im Mordfall des US-Journalisten Daniel Pearl hat die pakistanische Staatsanwaltschaft nach scharfer Kritik aus Washington Berufung gegen die Freilassung von vier Männern eingelegt. Die Männer müssen nun bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofes weiter in Haft bleiben. 

Im Mordfall des US-Journalisten Daniel Pearl hat die pakistanische Staatsanwaltschaft nach scharfer Kritik aus Washington Berufung gegen die Freilassung von vier Männern eingelegt. Wie das Innenministerium in Islamabad am Freitagabend erklärte, werden die Männer nicht auf freien Fuß gesetzt, obwohl ein Gericht die Schuldsprüche einen Tag zuvor aufgehoben hatte. Die Männer müssen nun "für einen Zeitraum von drei Monaten" bis zur Entscheidung des Obersten Gerichtshofes über die Berufung weiter in Haft bleiben. 

Ein pakistanisches Gericht hatte am Donnerstag das Todesurteil gegen den gebürtigen Briten Ahmed Omar Saeed Sheikh sowie die Urteile gegen drei Mitangeklagte aufgehoben. Die USA kritisierten die Entscheidung im Fall des 2002 in Pakistan ermordeten Pearl scharf. Diese sei ein "Affront gegen Opfer des Terrorismus", erklärte die für Südasien zuständige US-Spitzendiplomatin Alice Wells im Onlinedienst Twitter. "Die Verantwortlichen für die abscheuliche Entführung und Ermordung von Daniel müssen die volle Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen." Wells begrüßte am Freitag die Entscheidung der Justiz, Berufung einzulegen. 

Daniel Pearl, der damals 38-jährige Südasien-Bürochef des "Wall Street Journal", war Anfang 2002 während einer Recherche zu radikalen Islamisten in Pakistan verschleppt und später brutal ermordet worden. Sheikh wurde im selben Jahr verhaftet und von einem Antiterrorgericht zum Tode verurteilt, während drei weitere Mitangeklagte lebenslange Haftstrafen erhielten.

2011 wurden Zweifel an der Schuld Sheikhs laut. In einem Bericht des Pearl-Projekts an der Georgetown University in den USA hieß es, die falschen Männer seien für den Mord an Pearl verurteilt worden. Demnach wurde der Reporter von Khalid Sheikh Mohammad, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, und nicht von Ahmed Omar Saeed Sheikh ermordet.

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