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Allensbach-Chefin fürchtet Homeoffice-Folgen

  • dts - 16. Juli 2021
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Allensbach - Die Reaktionen der Bundesbürger auf das Thema Homeoffice sind weit weniger euphorisch als erwartet, "eher ambivalent". Das sagte Renate Köcher, Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach aufgrund ihrer regelmäßigen Befragungen dem Focus.

Zwar würden es viele Arbeitnehmer genießen "Zeit zu gewinnen, da der Weg zum Arbeitsplatz entfällt", so Köcher. Aber nur "eine Minderheit kann zu Hause konzentrierter arbeiten". Vielen fehle "der Austausch mit Kollegen, viele ziehen auch die Bilanz, dass sie nicht ausreichend informiert werden und dass die virtuellen Diskussionen besonders anstrengend sind." Fazit der Demoskopin: "Das beeinflusst auch die Kreativität." Ihrer Einschätzung nach wird es künftig "sicher mehr flexible Modelle geben" als vor der Pandemie. "Aber Unternehmen, die vor allem an Kostenersparnis denken oder einseitig auf Homeoffice setzen, springen zu kurz", warnt die Institutschefin. Ihre generelle Sorge: "Ich möchte mir keine Gesellschaft vorstellen, in der sich die Büroangestellten in die eigenen vier Wände zurückziehen und das Gros der Arbeiter und Dienstleister weiter am Band und an der Supermarktkasse arbeitet. Das würde zu neuen Trennlinien führen mit gravierenden Realitätsverlusten eines Teils der Bevölkerung", sagte sie dem Focus.

Auch mit der viel beschworenen Solidarität sei es im Land nicht weit her: "Als viel von der neuen Solidarität gesprochen wurde, zog die Bevölkerung eine ganz andere Bilanz: nämlich dass die Gesellschaft egozentrischer, weniger solidarisch und kälter geworden sei", so Köcher weiter. "Das ist eigentlich nicht überraschend. Eine Gesellschaft, in der die Mitmenschen plötzlich vor allem als Gesundheitsrisiko gesehen werden, ist nicht unbedingt solidarisch." Zur Frage, wie sich die Corona-Erfahrungen auf die Bundestagswahl auswirken, wagt die Demoskopin bislang keine Prognose: "Es ist aktuell noch schwer zu sagen, welche Themen diese Wahl wirklich beeinflussen werden. Die Stimmungslage der Bürger ändert sich zurzeit sehr dynamisch", so Köcher. "Von daher lässt sich aktuell noch schwer abschätzen, mit welchen Erwartungen und mit welcher Stimmung die Bürger zur Wahlurne gehen."

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