Politik

Berichte: Bund und Länder setzen auf massive Ausweitung von Corona-Tests

  • AFP - 27. März 2020, 07:42 Uhr
Bild vergrößern: Berichte: Bund und Länder setzen auf massive Ausweitung von Corona-Tests
Proben werden auf das neuartige Coronavirus getestet
Bild: AFP

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen Bund und Länder laut Medienberichten inzwischen auf eine massive Ausweitung der Tests als vorrangige Maßnahme. Vorbild sei dabei Südkorea. Dort war durch Massentests eine Eindämmung des Virus gelungen.

Im Kampf gegen das Coronavirus setzen Bund und Länder laut Medienberichten inzwischen auf eine massive Ausweitung der Tests als vorrangige Maßnahme. Die "Bild"-Zeitung zitiert in ihrer Freitagsausgabe einen entsprechenden Beschluss aus einem internen Protokoll einer Telefonkonferenz zwischen Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Länder hervor. Darin heiße es: "Bund und Länder stimmen darüber ein, die Kapazitäten zur Testung auf das neue Corona-Virus deutlich zu erhöhen."

Auch in einem vertraulichen Strategiepapier des Bundesinnenministeriums wird nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung" ("SZ"), NDR und WDR hervorgehoben, dass die größtmögliche Erhöhung der Testkapazitäten in Deutschland "überfällig" sei. Vorbild sei dabei Südkorea, berichtet die "SZ". Den dortigen Behörden war es mit Massentests und der Isolierung von Erkrankten gelungen, die Ausbreitung des neuartigen Erregers stark zu verlangsamen, ohne das öffentliche Leben zum Stillstand zu bringen. 

Die bei weitem wichtigste Maßnahme gegen das Virus sei den Experten zufolge "das Testen und Isolieren der infizierten Personen", berichtete die "SZ". Getestet werden sollten "sowohl Personen mit Eigenverdacht als auch der gesamte Kreis der Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen".

Für breit angelegte Tests seien innovative Lösungen erforderlich, heißt es demnach in dem Strategiepapier. Um das medizinische Personal vor Infizierten zu schützen, sollten Bürgerinnen und Bürger den notwendigen Rachenabstrich selbst erledigen, zum Beispiel in Drive-in- oder Telefonzellen-Teststationen. Um die Suche nach Kontakten von positiv getesteten Personen zu erleichtern, sollten längerfristig computergestützte Lösungen und sogar das Location Tracking von Mobiltelefonen zum Einsatz kommen, heißt es in dem "SZ"-Bericht.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll die Ausweitung der Tests durch eine "Hochdurchsatz-Methode" aus der Pharmaforschung oder durch die Nutzung von Laboren aus der Tiermedizin erreicht werden. Zudem wurde dem Bericht zufolge beim Robert-Koch-Institut eine neue Arbeitsgruppe zur Ausweitung der Testkapazitäten eingerichtet.

Weitere Meldungen

Trump aktiviert Kriegswirtschaftsgesetz für Produktion von Beatmungsgeräten

US-Präsident Donald Trump hat in der Coronavirus-Krise ein Kriegswirtschaftsgesetz aktiviert, um den Autobauer General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zu zwingen.

Mehr
US-Kongress beschließt Billionen-Notprogramm gegen Coronavirus-Krise

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie hat der US-Kongress das größte Rettungspaket der US-Geschichte beschlossen. Nach dem Senat

Mehr
Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen verschieben Abiturprüfungen in den Mai

Wegen der Corona-Pandemie verschieben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen den Beginn ihrer Abiturprüfungen in den Mai. Nach Angaben der Kultusministerien starten die Tests in

Mehr

Top Meldungen

EU-Kommission erwartet dramatischen Einbruch im Luftverkehr

Berlin - Die EU-Kommission erwartet infolge der Corona-Krise einen dramatischen Einbruch im europäischen Flugverkehr. "Die Zahl der Flüge, die von Eurocontrol beaufsichtigt

Mehr
Anträge auf Soforthilfen stark nachgefragt

Berlin - Die von der Bundesregierung beschlossenen Milliarden-Hilfen für Firmen im Zuge der Corona-Krise werden stark nachgefragt. Wie eine Umfrage der "Bild" unter den

Mehr
Medizintechnik-Unternehmen fürchtet Engpass bei Beatmungsgeräten

Lübeck - Der Chef des Medizintechnik-Unternehmens Drägerwerk, Stefan Dräger, hat die Kliniken weltweit vor einer "riesigen Lücke" bei der Versorgung der der Krankenhäuser mit

Mehr