Brennpunkte

EU-Kommission will Aufnahme von Flüchtlingskindern nächste Woche

  • dts - 26. März 2020, 19:22 Uhr
Bild vergrößern: EU-Kommission will Aufnahme von Flüchtlingskindern nächste Woche
Flüchtlingslager
dts

.

Brüssel - Die EU-Kommission will die Lage von Migranten auf den griechischen Inseln vor der türkischen Küste verbessern. "Ich hoffe jetzt, dass die ersten Kinder nächste Woche in Aufnahmeländer gebracht werden können", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson am Donnerstag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Deutschland und Luxemburg seien mit ihren Vorbereitungen am weitesten. "Wir werden nicht alle 1.600 Plätze auf einen Schlag füllen können, aber angesichts der Pandemie müssen wir uns sputen", sagte Johansson. Alle acht Mitgliedstaaten, die Kinder und Jugendliche aufnehmen wollen, die größtenteils ohne ihre Eltern geflüchtet sind, "halten sich an ihre Zusagen". Außerdem kündigte die Kommissarin einen Aktionsplan für die mehr als 40.000 Migranten an, die auf den Inseln leben.

Es gehe darum, die Versorgung der Menschen und den Schutz ihrer Gesundheit zu verbessern. "Wir wollen diejenigen, die von einer Corona-Infektion am stärksten betroffen wären, isolieren. Das betrifft Ältere und Kranke, in Moria sind das geschätzt 500 bis 600 Menschen", sagte Johansson der FAZ. Eine Umsiedlung auf das griechische Festland könnte allerdings ihr Risiko erhöhen, weil das Coronavirus dort - anders als auf den fünf Inseln - angekommen sei. Aus der Türkei kommen nach den Worten der Kommissarin nur noch "ganz wenige" Migranten auf die Inseln.

Die türkischen Behörden hielten die Menschen davon ab, in Boote zu steigen. "Die wenigen, die es trotzdem schaffen, werden nicht in die Lager gelassen, um zu verhindern, dass sie Viren einschleppen und dort verbreiten", sagte Johansson.

Weitere Meldungen

Corona-Krise: NRW-Innenminister warnt vor Enkeltrick-Betrügern

Düsseldorf - Im Zusammenhang mit der Corona-Krise warnt Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) vor Kriminellen. "Die alten Enkeltrick-Betrüger laufen jetzt zum

Mehr
Verbraucherschützer warnen vor Corona-Betrügern im Internet

Berlin - Die Verbraucherzentralen haben vor Betrügern auf Online-Plattformen gewarnt, die sich die Corona-Pandemie zunutze machen wollten. "Wir erhalten inzwischen täglich

Mehr
Un-Sicherheitsrat verabschiedet Resolutionen auf dem Schriftweg

Der durch die Coronavirus-Pandemie in seiner Arbeit stark beeinträchtigte UN-Sicherheitsrat hat in einem neuartigen Verfahren mehrere Resolutionen auf dem Schriftweg

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Chef hält Szenarien von Wirtschaftsweisen für zu optimistisch

München - Der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Clemens Fuest, hält die aktuellen Szenarien des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen

Mehr
Douglas-Chefin verlangt Solidarität bei Miet-Frage

Düsseldorf - Der Parfümerie-Konzern Douglas will sich von seinen Immobilien-Partnern in der aktuellen Krise zwar Mieten stunden lassen. Aber eines sei ganz klar: "Wir werden so

Mehr
EU-Wirtschaftskommissar Gentiloni fordert Kompromiss im Streit um Corona-Bonds

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni hat Deutschland zu einem Kompromiss im Streit um die Corona-Bonds gedrängt. Eine Möglichkeit, die massiven wirtschaftlichen Probleme durch

Mehr