Politik

G20 investieren in Corona-Krise zusammen fünf Billionen Dollar in Weltwirtschaft

  • AFP - 26. März 2020, 17:05 Uhr
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G20-Vorsitzender Saudi-Arabien
Bild: AFP

Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, 'Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen'.

Die G20-Staaten investieren in der Coronavirus-Krise zusammen fünf Billionen Dollar (gut 4,5 Billionen Euro) in die Weltwirtschaft. Es gehe darum, "Vertrauen wiederherzustellen, finanzielle Stabilität zu bewahren, Wachstum neu zu beleben und gestärkt aus der Krise hervorzugehen", erklärten die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer am Donnerstag nach einer Videokonferenz. In einer Erklärung bekannten sie sich dazu, der Bedrohung durch die Pandemie "geeint entgegenzutreten".

In der Erklärung hieß es wörtlich: "Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen." Globales Handeln, Solidarität und internationale Zusammenarbeit seien angesichts der Pandemie "nötiger denn je". "Wir sind zuversichtlich, dass wir sie im Wege enger Zusammenarbeit überwinden werden",  zeigten sich die Staats- und Regierungschefs überzeugt.

In der Videokonferenz, die vom saudiarabischen König Salman geleitet wurde, bekannten sie sich zudem dazu, "alle erforderlichen gesundheitsbezogenen Maßnahmen" zu ergreifen und diese angemessen zu finanzieren, um die Pandemie zu stoppen "und die Menschen, vor allem die Schwächsten unter ihnen, zu schützen". Saudi-Arabien hat derzeit den Vorsitz der G20-Gruppe inne.

Die G20 versprachen, ihre Produktionskapazitäten für medizinische Versorgungsgüter auszubauen, damit sie dem wachsenden Bedarf gerecht werden. So soll sichergestellt werden, "dass diese Güter überall dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden, zu erschwinglichen Preisen, ausgewogen und so schnell wie möglich verfügbar sind". In vielen Ländern mangelt es an Schutzmasken, Virus-Tests und Beatmungsgeräten.

Die G20-Staaten wollen sich nun stärker abstimmen, auch mit dem Privatsektor, "damit zügig Diagnoseverfahren, antivirale Medikamente und Impfstoffe wirksam, sicher, gerecht, zugänglich und erschwinglich entwickelt, produziert und vertrieben werden können". Mitte März war bekannt geworden, dass US-Präsident Donald Trump versucht haben soll, sich exklusiv einen Corona-Impfstoff zu sichern, an dem eine deutsche Firma arbeitet.

Die G20 zeigten sich zutiefst besorgt über die "ernsten Risiken" vor allem für Entwicklungsländer, für Afrika und kleine Inselstaaten "und auch über das besondere Risiko, dem Flüchtlinge und Vertriebene ausgesetzt sind". Die Stärkung des Gesundheitsschutzes in Afrika sei "ganz entscheidend für die Widerstandsfähigkeit der globalen Gesundheit". "Wir sind bereit, Finanzmittel für entwicklungspolitische und humanitäre Maßnahmen zu mobilisieren", sagten die G20-Staaten zu.

Saudi-Arabiens König Salman hatte die G20-Staaten zuvor zu Solidarität mit den Entwicklungsländern aufgerufen. Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) riefen dazu, von den ärmsten Ländern vorerst keine Schuldenrückzahlung zu verlangen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte ein international abgestimmtes Stabilisierungspaket für arme Länder. "Die Corona-Pandemie trifft mit aller Härte jetzt die Ärmsten in den Entwicklungsländern", sagte Müller dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). Unterstützt werden sollen arme Länder in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, soziale Sicherung und Wirtschaft.

Müller kündigte an, auch die entwicklungspolitischen Maßnahmen Deutschlands in diesen Bereichen gezielt zu verstärken. "Wir dürfen die Menschen in den ärmsten Ländern nicht allein lassen", forderte der Minister.

Der G20-Gruppe gehören die sieben großen Industrieländer (G7) sowie weitere große Industrie- und Schwellenländer aus allen Kontinenten an. An dem Sondergipfel nahmen auch von der Pandemie betroffene Länder wie Spanien, Jordanien, Singapur und die Schweiz sowie Vertreter der UNO, der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil.

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