Gesundheit

Frankreich meldet ersten Toten durch Coronavirus in Europa

  • AFP - 15. Februar 2020, 13:23 Uhr
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Sonderstation im Pariser Krankenhaus Bichat.n
Bild: AFP

Europa hat seinen ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus aus China: Wie die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mitteilte, erlag ein 80-jähriger Tourist aus China in einem Pariser Krankenhaus der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Außerhalb des chinesischen Festlands wurden zuvor drei Todesfälle in Hongkong, Japan und den Philippinen gemeldet. Flugreisende aus China in Deutschland werden seit Samstag genauer als bisher nach möglichen Kontakten mit dem neuartigen Coronavirus befragt.

Europa hat seinen ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus aus China: Wie die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn am Samstag mitteilte, erlag ein 80-jähriger Tourist aus China in einem Pariser Krankenhaus der durch den Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Außerhalb des chinesischen Festlands wurden zuvor drei Todesfälle in Hongkong, Japan und den Philippinen gemeldet. Flugreisende aus China in Deutschland werden seit Samstag genauer als bisher nach möglichen Kontakten mit dem neuartigen Coronavirus befragt.

Sie sei am Freitagabend von dem Tod des 80-jährigen Patienten informiert worden, sagte Ministerin Buzyn auf einer Pressekonferenz. Der Mann wurde demnach Ende Januar ins Krankenhaus gebracht, wo sich sein Zustand rasch und massiv verschlechterte. Den anderen zehn Infizierten im Land gehe es gut, vier von ihnen seien inzwischen wieder gesund und nicht mehr ansteckend.

Außerhalb des chinesischen Festlands wurden zuvor drei Todesfälle in Hongkong, Japan und den Philippinen gemeldet. In Festlandchina starben nach Angaben der Behörden mindestens 1523 durch den neuartigen Erreger, mehr als 66.000 Menschen steckten sich demnach an. Über zwei Dutzend Länder meldeten inzwischen weitere Fälle, darunter zuletzt Ägypten. Damit erreichte das Virus inzwischen auch Afrika - einen Kontinent, auf dem die Gesundheitsversorgung oftmals mangelhaft ist.

Die meisten Infizierten außerhalb des chinesischen Festlandes befinden sich aber nach wie vor auf dem vor Yokohama ankernden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess". Dort wurden am Samstag 67 neue Fälle gemeldet, damit haben sich nun schon 285 der rund 3700 Menschen an Bord mit dem Virus angesteckt. 

Die USA kündigten an, am Sonntag ein Flugzeug nach Japan zu schicken, um ihre Staatsbürger von dem seit Anfang Februar unter Quarantäne stehenden Riesenschiff zu holen. Nach ihrer Rückkehr in die USA müssten die Betroffenen erneut zwei Wochen in Quarantäne. Nach Angaben des japanischen Rundfunksenders NHK befinden sich rund 400 US-Bürger auf der "Diamond Princess". Diese sollen am Montag von Tokio ausgeflogen werden.

In Deutschland werden Flugreisende aus China bei ihrer Ankunft genauer als bisher nach möglichen Kontakten mit dem neuartigen Coronavirus befragt. Das Bundesgesundheitsministerium teilte mit, damit setze es Empfehlungen des EU-Gesundheitsministerrates um. "Wir müssen bei der Einreise aus China wissen, wer Kontakt mit infizierten Patienten hatte und wer aus Infektionsgebieten kommt. Das ermöglicht eine konkrete Testung am Flughafen", erläuterte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Aktuell gibt es Direktflüge aus China nur nach Bayern und nach Hessen, wie das Ministerium mitteilte - die Reisenden treffen auf den Flughäfen München und Frankfurt am Main ein. Sie müssen zusätzlich zur bisherigen Aussteigekarte eine aus drei Fragen bestehende Selbstauskunft ausfüllen. Die aus China (einschließlich Hongkong und Macau) ankommenden Fluggesellschaften müssen zudem ein mehrsprachiges Informationsblatt an Bord verteilen. 

Bereits jetzt sind Flugkapitäne verpflichtet, Passagiere zu melden, die offensichtlich krank sind oder eine ansteckende Krankheit haben könnten. Mit der Selbstauskunft erhalte die Flugzeugbesatzung eine zusätzliche Entscheidungshilfe für eine solche Meldung. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) betonte, die Gefahr durch das Coronavirus für die Bürger in Deutschland sei "nach wie vor gering". Die "eingeleiteten Maßnahmen" sollen demnach dafür sorgen, dass das so bleibt.

China setzte unterdessen seine drastische Politik der Abschottung fort. In Peking müssen sich alle Neuankommenden seit Freitag freiwillig in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Tun sie das nicht, drohen heftige Strafen. Staatschef Xi Jinping bezeichnete den Kampf gegen das Virus am Freitag als einen "großen Test für das Regierungssystem" des Landes.

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