Wirtschaft

Dieselaffäre: Vergleich mit VW bei Musterfeststellungsklage gescheitert

  • dts - 14. Februar 2020, 13:06 Uhr
Bild vergrößern: Dieselaffäre: Vergleich mit VW bei Musterfeststellungsklage gescheitert
VW-Logo
dts

.

Wolfsburg - Die Verhandlungen um einen Vergleich bei der Musterfeststellungsklage im Dieselskandal sind auf den letzten Metern gescheitert. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben) unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Volkswagen und die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hätten sich bereits auf eine Summe von 830 Millionen Euro für die rund 460.000 im Klageregister eingetragenen VW-Kunden verständigt. Das sind rund 2.000 Euro pro Verbraucher. Nun eskaliere der Streit an der Höhe des Honorars für die Anwälte der Verbraucherzentrale. Auf Nachfrage bestätigte VW dies: "Bis zuletzt haben wir an einer gemeinsamen Lösung im Sinn der Kunden gearbeitet, wir bedauern, dass die gemeinsame Umsetzung der mit dem VZBV getroffenen Einigung an unangemessenen Forderungen der Prozessanwälte des VZBV scheiterte", teilte der Konzern mit.

Über die nächsten Schritte will der Konzernvorstand jetzt beraten. Das Führungsgremium tagt derzeit in einer außerordentlichen Sitzung, berichten die Zeitungen unter Berufung auf eigene Informationen. Bereits Ende Januar hatten beide Seiten eine grundsätzliche Einigung über die Vergleichshöhe erzielt. Seither streiten VW und Verbraucherzentrale über eine pauschale Gebührenforderung der Anwälte, die in der Musterfeststellungsklage die Verbraucherzentrale vertreten.

Auch die Verbraucherzentrale spreche sich für eine pauschale Abrechnung der Anwaltskosten aus, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf einen Schriftwechsel. Der VZBV hätte darin eine Frist bis zu diesem Freitagmittag gesetzt. "Einer unabhängigen rechtlichen Prüfung ihrer Gebührenordnung haben sie sich verweigert, eine Zahlung ohne einen ausreichend konkreten Leistungsnachweis oder ohne rechtlichen Grund ist für Volkswagen jedoch nicht möglich", teilte der Konzern mit. Der übliche Marktpreis für die Abwicklung eines solchen Vergleichs liege bei rund 17 Millionen Euro, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf Schriftwechsel. Die Gebührenforderung der Anwälte bei der deutschen Musterfeststellungsklage liege gemessen an der Vergleichssumme beim Sechsfachen dessen, was die Verteidiger im Zuge des Dieselskandals in den USA erhielten. Dort ging es um 16,7 Milliarden US-Dollar (15,4 Milliarden Euro) für die VW-Kunden, die Anwälte erhielten 175 Millionen.

Weitere Meldungen

Lufthansa will Verträge mit Condor auslaufen lassen

Köln - Nach der geplanten Übernahme der Ferienfluggesellschaft Condor durch die polnische PGL, Muttergesellschaft der Airline LOT, will die Lufthansa nicht mehr dauerhaft mit dem

Mehr
Altmaier will Ländern Ausnahmen von pauschalem Mindestabstand für Windräder ermöglichen

Im Streit innerhalb der Koalition sowie zwischen Bund und Ländern um die Windenergie gibt es Bewegung: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will nach Angaben seines

Mehr
Köln verschiebt Eisenwarenmesse wegen Coronavirus auf 2021

Köln - Die Kölner Messe hat die Verschiebung der vom 1. bis 4. März geplanten Eisenwarenmesse wegen der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen: Sie soll nun erst im Februar 2021

Mehr

Top Meldungen

Lufthansa startet wegen Coronavirus neuen Sparkurs

Köln - Die Deutsche Lufthansa ergreift massive Gegenmaßnahmen, um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus einzudämmen. "Aktuell überprüfen wir zum Beispiel bei der Kernmarke

Mehr
Linken-Chef fordert Investitionsoffensive

Osnabrück - Angesichts des Staatsüberschusses von knapp 50 Milliarden Euro hat Linken-Chef Bernd Riexinger eine Investitionsoffensive verlangt. "Der Fiskus ist nicht Dagobert

Mehr
Familienunternehmer Heraeus mit CDU-Vorsitzkandidaten zufrieden

Hanau - Der Familienunternehmer Jürgen Heraeus hat sich zufrieden darüber geäußert, dass die Kandidaten für den CDU-Vorsitz feststehen. "Ich denke, wir haben drei respektable

Mehr