Finanzen

Bei der Autofinanzierung lohnt genaues Hinsehen

  • Redaktion - 10. Februar 2020
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@ mohamed_hassan (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Rund 38 % aller privaten Pkw in Deutschland sind finanziert. Bei Neuwagen beträgt die Quote sogar 45 %. Die Anschaffung eines Autos ist der häufigste Grund für eine Kreditaufnahme. Ratenkredite haben dabei einen Marktanteil von etwa zwei Dritteln. Den Rest teilen sich Leasing und die sogenannte Drei-Wege-Finanzierung. Aber welche Finanzierungsform ist optimal?

So findet man den besten Bankkredit

Neben den bekannten Vergleichsportalen, die als Kreditvermittler agieren und dafür Provisionen erhalten, gibt es auch Informationsportale, die sich durch Werbung finanzieren. Bei der Firma afinu gibt es eine Menge Informationen rund um Finanzierungsfragen. Gerade bei Autokrediten sind günstige Konditionen möglich, auch für Menschen mit problematischer Bonitätsbewertung. Das Fahrzeug wird dem Kreditgeber übereignet, außerdem ist eine Vollkaskoversicherung Pflicht. Damit sinkt für die Bank das Risiko eines Zahlungsausfall und damit auch der angebotene Zinssatz als Maß für dieses Risiko.

Leasing-Kunden zahlen für die Fahrzeugnutzung

Viele Autohändler locken mit niedrigen Leasingraten. Kunden, die diese Option wählen, muss aber klar sein, dass sie mit der Leasingrate ausschließlich für die Nutzung des Fahrzeugs zahlen. Am Ende der Laufzeit gehört ihnen keine einzige Schraube. Während der Vertragsdauer sollten sie zudem die übliche Sonderzahlung für das Folgefahrzeug angespart haben. Einen Gebrauchtwagen, den sie dafür in Zahlung geben könnten, gibt es nämlich nicht.

Ähnlich ist es bei der Drei-Wege-Finanzierung. Hier haben Sie zwar die Wahl, das Fahrzeug zurückzugeben, gegen Zahlung einer Schlussrate zu behalten oder eine Anschlussfinanzierung abzuschließen. Entscheiden Sie sich für die Rückgabe, ist das Ergebnis wirtschaftlich vergleichbar mit Leasing.

Ballonkredite - das dicke Ende kommt bestimmt

Auch bei einer Kreditfinanzierung scheinen die Autohändler auf den ersten Blick die Nase vorn zu haben. Die Monatsraten sind selbst im Vergleich zu günstigen Direktbanken viel niedriger. Ein Grund dafür sind die Zinssätze, nicht selten mit einer Null vor dem Komma. Bedenken Sie aber, dass die besten Zinsen nicht für jedes Modell gelten. Vielleicht will der Hersteller die Zulassungsstatistik für ein neues Fahrzeug aufpolieren und gibt den Händlern deshalb günstige Konditionen für die Finanzierung. Oder der Nachfolger steht kurz vor dem Produktionsstart, und der Hof des Autohändlers muss von Ladenhütern geräumt werden.

Allerdings ist der Einfluss der Zinsen auf die Ratenhöhe eher klein. Ein Darlehen über 30.000 Euro für drei Jahre kostet bei 3,9 % Zinsen rund 884 Euro im Monat. Bei einem attraktiven Zins von 0,9 % sind es immer noch 845 Euro. Zwei andere Faktoren haben viel größeren Einfluss. Da ist zum einen die Kreditsumme. Händlerfinanzierungen berücksichtigen meist eine Anzahlung, die durch Ankauf des Vorgängerfahrzeugs geleistet wird. Unterstellen wir einen Wert von 10.000 Euro, sind statt 30.000 Euro im obigen Beispiel nur noch 20.000 Euro zu finanzieren. Die Monatsrate sinkt von 845 auf schlanke 563 Euro. Zum anderen sind Autokredite häufig als sogenannte Ballonkredite ausgestaltet. Als Ballon wird eine hohe Schlussrate bezeichnet, die am Ende des Kreditvertrags zu zahlen ist. Rechnen wir das Beispiel mit einem Ballon von 5.000 Euro durch, kommen wir auf nur noch 426 Euro für die übrigen Monatsraten - weniger als die Hälfte der Rate bei der Bank.

Vorteile als Barzahler nutzen

Die Rechnung macht aber auch deutlich, dass man sich von der niedrigen monatlichen Belastung nicht blenden lassen darf. Sie ist erkauft durch eine Anzahlung bei Übernahme des Autos und eine weitere Zahlung am Ende des Kreditvertrags. Vor allem letztere ist schmerzhaft: Der Reiz des Neuen ist längst verflogen, und nur um den Pkw behalten zu dürfen, müssen Sie wieder zahlen. Wer einen Ballonkredit abschließt, sollte Geld zurücklegen, damit die Finanzierung der Schlussrate gesichert ist - auch für den Fall, dass das Zinsniveau steigt und eine Anschlussfinanzierung teurer wird. Der Ballonkredit hat noch einen weiteren Nachteil, der häufig übersehen wird. Wegen der Schlussrate ist die Restschuld über die gesamte Laufzeit hoch, und dafür müssen Sie Zinsen zahlen. Bei gleichem Zinssatz ist ein Ballonkredit also in Euro gemessen teurer als ein gewöhnlicher Ratenkredit.

Sie sehen: Trotz höherer Monatsraten kann der klassische Bankkredit die bessere Wahl sein. Auf jeden Fall ist er transparenter und macht deutlich, was Sie das Wunschfahrzeug wirklich kostet. Bleibt noch die Frage nach dem höheren Zinssatz im Vergleich zum Angebot des Händlers oder Herstellers. Hier sollten Sie vor dem Kauf und dem Abschluss eines Kreditvertrags nach Rabatten fragen. In der Regel wird der Zinsnachteil locker ausgeglichen, wenn Sie als Barzahler auftreten.

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