Brennpunkte

Aktivisten: Syrische Regierungstruppen rücken auf Rebellenhochburg Idlib vor

  • AFP - 24. Januar 2020, 22:53 Uhr
Bild vergrößern: Aktivisten: Syrische Regierungstruppen rücken auf Rebellenhochburg Idlib vor
Explosion in Maaret al-Numan
Bild: AFP

Syrische Regierungstruppen rücken immer näher auf die Rebellenhochburg Idlib vor. Den Streitkräften Assads sei es gelungen, zwei zentrale Vororte von Maaret al-Numan einzunehmen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Syrische Regierungstruppen rücken nach Angaben von Aktivisten immer näher auf die Rebellenhochburg Idlib vor. Am Freitag sei es den Streitkräften des syrischen Machthabers Baschar al-Assad gelungen, die zwei wichtigen Dörfer Deir Scharki und Deir Gharbi einzunehmen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Orte liegen nur vier Kilometer von der von dschihadistischen Rebellen beherrschten Stadt Maaret al-Numan entfernt.

Maaret al-Numan ist eine der größten Städte in der Provinz Idlib und laut der Syrischen Beobachtungsstelle zentrales Angriffsziel der Regierungstruppen. Die Stadt liegt an der strategisch wichtigen Autobahn von Damaskus nach Aleppo nahe der Frontlinie im Süden von Idlib.

"Deir Scharki und Deir Gharbi sind die Schlüssel zur Eroberung von Maaret al-Numan", erklärte die Beobachtungsstelle. Bei den Kämpfen um die beiden Dörfer seien sieben Angehörige der Regierungstruppen sowie 16 Kämpfer der Rebellen und dschihadistischer Gruppen getötet worden, hieß es weiter. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdul Rahman, erklärte, Regierungstruppen könnten nun von Hügeln in Deir Gharbi und Deir Scharki aus Ziele in Maaret al-Numan mit Mörserraketen angreifen. 

Die Syrische Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in London und bezieht ihre Informationen von Aktivisten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind die Angaben kaum überprüfbar.

Seit Dezember haben Assads Truppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe verstärkt Angriffe auf den Süden Idlibs geflogen. Nach UN-Angaben wurden seit Mitte Dezember mehr als 358.000 Menschen in Idlib vertrieben. 

Zugleich gab es auch verstärkte Angriffe auf den von Rebellen kontrollierten Westteil von Aleppo. Allein zwischen dem 15. und dem 19. Januar flüchteten nach UN-Angaben mehr als 38.000 Menschen vor der Gewalt. 

Die Provinz Idlib sowie Teile von Aleppo werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger Hajat Tahrir al-Scham und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. 

In Idlib sollte vor zwei Wochen eigentlich eine Waffenruhe in Kraft treten, auf die sich Russland und die Türkei geeinigt hatten. Moskau steht im Syrien-Konflikt an der Seite der Regierungstruppen, Ankara unterstützt die gegen die Regierung kämpfenden Rebellen. Trotz der vereinbarten Waffenruhe hatten die Regierungstruppen in der vergangenen Woche ihre Offensive aber fortgesetzt. 

In Idlib leben etwa drei Millionen Menschen, darunter zahlreiche Binnenflüchtlinge. Hilfsorganisationen warnten zuletzt vor einer massiven Fluchtbewegung innerhalb Syriens, sollte die Gewalt weiter andauern.

Weitere Meldungen

Neue tunesische Regierung gewinnt Vertrauensabstimmung

Die neue Regierung in Tunesien hat einen für ihren Fortbestand entscheidende Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen. Ministerpräsident Elyes Fakhfakh erhielt für sich und sein

Mehr
Beschluss des Verfassungsgerichts zum Kopftuchverbot in hessischer Justiz

Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht am Donnerstag (09.30 Uhr) einen Beschluss zum Kopftuchverbot in der hessischen Justiz. Das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe muss

Mehr
Statistisches Bundesamt legt Zahlen zu Verkehrsunfällen 2019 vor

Das Statistische Bundesamt legt am Donnerstag (08.00 Uhr) die Zahlen zu Verkehrsunfällen auf deutschen Straße im vergangenen Jahr vor. Diese beinhalten Angaben zu Toten und

Mehr

Top Meldungen

Container-Stellflächen in Hamburg wegen Coronavirus knapp

Hamburg - Deutschlands Häfen bekommen die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zunehmend zu spüren. "Wir sehen einen Stau europäischer Container, und die Stellflächen,

Mehr
Opel-Chef sieht Standort Rüsselsheim für Fusion gerüstet

Rüsselsheim - Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Marke Opel und den Standort Rüsselsheim für eine Fusion des Mutterkonzerns PSA mit Fiat Chrysler gerüstet. "Wir haben den

Mehr
CDU: Scholz hat keine Mehrheit für Verfassungsverstoß

Berlin - Der Plan von Finanzminister Olaf Scholz, für die Entschuldung von Kommunen die Schuldenbremse einmalig zu lockern, sorgt für Krach in der Koalition. Der

Mehr