Wirtschaft

IG Metall zieht vorerst ohne konkrete Lohnforderung in Tarifrunde 2020

  • AFP - 24. Januar 2020, 16:12 Uhr
Bild vergrößern: IG Metall zieht vorerst ohne konkrete Lohnforderung in Tarifrunde 2020
Logo der IG Metall
Bild: AFP

Die IG Metall will in der diesjährigen Tarifrunde zwar mehr Lohn fordern, zunächst aber keine konkrete Zahl nennen. Sie möchte Jobs sichern und noch vor Ende der Friedenspflicht Ende April einen 'Zukunftspaket' mit den Arbeitgebern vereinbaren.

Die IG Metall will in der diesjährigen Tarifrunde zwar mehr Lohn fordern, zunächst aber keine konkrete Zahl nennen. Grund sei der digitale und ökologische Wandel der Metall- und Elektroindustrie, erklärte die Gewerkschaft am Freitag in Frankfurt am Main. Sie möchte Jobs sichern und noch vor Ende der Friedenspflicht Ende April ein "Zukunftspaket" mit den Arbeitgebern vereinbaren.

Die Arbeitgeber sollen sich bereit erklären, "keine einseitigen Maßnahmen zum Personalabbau, zur Verlagerung von Produkten mit Zukunftsperspektive und zur Schließung von Standorten zu ergreifen", forderte die Gewerkschaft. Sie sei im Gegenzug bereit, in allen Regionen unmittelbar in Verhandlungen einzusteigen. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann rief die Arbeitgeber auf, bis Anfang Februar mitzuteilen, ob sie die Vorschläge annehmen.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall zeigte sich gesprächsbereit. Er begrüßte es, dass die IG Metall die großen Herausforderungen der Branche in den Mittelpunkt rücken wolle. Die baden-württembergische IG Metall müsse ihre Vorstellungen aber nun im Detail erläutern.

Der Arbeitgeberverband Metall NRW erklärte, wenn die Gewerkschaft den üblichen tariflichen Pfad verlassen wolle, berge das eine Chance für die Unternehmen und die Beschäftigten. Die Erkenntnis, dass besondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen auch eine besondere Reaktion der Tarifparteien erfordern, sei "grundsätzlich richtig". Es gehe darum, effiziente tarifliche Instrumente zu entwickeln, um die Unternehmen zu unterstützen.

Die Auto- und Zulieferindustrie drängt die Regierung bereits zu einer Erweiterung und Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Es soll Unternehmen in wirtschaftlich schlechteren Zeiten bei den Personalkosten entlasten und zugleich dabei helfen, dass trotz sinkender Aufträge keine Stellen gestrichen werden und Mitarbeiter im Betrieb bleiben können. Den Verdienstausfall durch kürzere Arbeitszeiten für die Arbeitnehmer gleicht dabei zu rund zwei Dritteln die Bundesagentur für Arbeit aus.

Weitere Meldungen

BDI fürchtet Konjunktureinbruch wegen Corona-Virus

Berlin - Die deutsche Industrie fürchtet eine Eintrübung der Konjunktur durch den Coronavirus-Ausbruch in Europa und fordert schnelle Hilfen der Bundesregierung. "Die

Mehr
Container-Stellflächen in Hamburg wegen Coronavirus knapp

Hamburg - Deutschlands Häfen bekommen die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zunehmend zu spüren. "Wir sehen einen Stau europäischer Container, und die Stellflächen,

Mehr
Opel-Chef sieht Standort Rüsselsheim für Fusion gerüstet

Rüsselsheim - Opel-Chef Michael Lohscheller sieht die Marke Opel und den Standort Rüsselsheim für eine Fusion des Mutterkonzerns PSA mit Fiat Chrysler gerüstet. "Wir haben den

Mehr

Top Meldungen

CDU: Scholz hat keine Mehrheit für Verfassungsverstoß

Berlin - Der Plan von Finanzminister Olaf Scholz, für die Entschuldung von Kommunen die Schuldenbremse einmalig zu lockern, sorgt für Krach in der Koalition. Der

Mehr
Hofreiter verlangt Wind-Ausbauoffensive von Altmaier

Berlin - Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach dessen Einlenken im Streit um Mindestabstände zu einer Ausbauoffensive für

Mehr
Studie: Doktoranden fühlen sich finanziell ausreichend abgesichert

Berlin - Doktoranden in Deutschland fühlen sich laut einer aktuellen Studie finanziell ausreichend abgesichert und forschen mit großer Leidenschaft. Für die Erhebung, über welche

Mehr