Wirtschaft

Karliczek will Wasserstoff aus Afrika importieren

  • dts - 24. Januar 2020, 12:24 Uhr
Bild vergrößern: Karliczek will Wasserstoff aus Afrika importieren
Wasserstoff-Tankstelle
dts

.

Berlin - Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) will im großen Stil Wasserstoff aus Afrika importieren, um die Energiewende zu retten. "Der grüne, importierte Wasserstoff ist das Öl von morgen", sagte Karliczek dem "Spiegel".

Ziel sei es, bis 2050 den deutschen Energiebedarf "zu über 50 Prozent aus importiertem, nachhaltig erzeugtem Wasserstoff" zu decken. Im Februar diesen Jahres werde die Bundesregierung ihre Wasserstoffstrategie vorlegen. "Wir sind mit Australien im Gespräch und vor allem mit afrikanischen Staaten", so die Forschungsministerin weiter. Die dortigen klimatischen Bedingungen würden "eine deutlich effizientere und damit billigere Produktion von grünem Wasserstoff ermöglichen als hierzulande", sagte Karliczek.

Sie stelle sich "einen Kreislauf" vor, in dem alle Beteiligten profitierten. "Deutschland verkauft die Technik: Windräder, Meerwasserentsalzungsanlagen und Elektrolyseure. Im Gegenzug verkaufen uns die Partner in Afrika die Energie, die sie mit deutscher Umwelttechnik herstellen", so die CDU-Politikerin weiter. Derzeit erstelle die Bundesregierung einen Atlas für Afrika mit den besten Standorten.

"Dabei kommt es auch auf stabile politische Verhältnisse an", sagte die Forschungsministerin. Der Wasserstoff könne dann "etwa in Form von Ammoniak per Schiff nach Europa transportiert werden". Karliczek hob das aus ihrer Sicht riesige Potenzial des Energieträgers hervor. Grüner Wasserstoff sei für sie "der Energieträger der Zukunft". Er habe "das Zeug, die Energiewende wirklich ins Ziel zu bringen", so die CDU-Politikerin weiter. "Die Akzeptanz für Windräder ist einfach begrenzt, wie immer man dies sehen will", sagte Karliczek dem "Spiegel". Deutschland müsse das "Wasserstoff-Innovationsland auf der Welt" werden. "Europa wartet auch auf uns. Wir wollen Trendsetter werden und haben keine Zeit zu verlieren", so die Forschungsministerin.

Weitere Meldungen

Genfer Autosalon wegen Coronavirus offiziell abgesagt

Genf - Der diesjährige Genfer Autosalon ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus offiziell abgesagt worden. Das teilte der Veranstalter am Freitag in Genf mit. Es handele sich

Mehr
Coronavirus: BASF-Chef erwartet Produktionsausfälle

Ludwigshafen am Rhein - Der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Martin Brudermüller, erwartet in den kommenden Wochen Auswirkungen für sein Unternehmen aus der

Mehr
Preise steigen im Februar um 1,7 Prozent

Wiesbaden - Die Inflationsrate in Deutschland wird im Februar 2020 voraussichtlich 1,7 Prozent betragen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen

Mehr

Top Meldungen

Haushalte geben monatlich 1.390 Euro für Wohnen, Ernährung und Bekleidung aus

Wiesbaden - Die privaten Haushalte in Deutschland haben im Jahr 2018 gut 51 Prozent ihres Konsumbudgets verwendet, um die Ausgaben für Wohnen, Ernährung und Bekleidung zu decken.

Mehr
Zahl der Erwerbstätigen im Januar gestiegen

Wiesbaden - Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Januar 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 238.000 Personen oder 0,5 Prozent gestiegen. Insgesamt waren im

Mehr
Desinfektionsmittel vielerorts ausverkauft

Berlin - Wegen Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus decken sich die Deutschen mit Hygiene-Sprays ein. Vielerorts sind Hand-Desinfektionsmittel ausverkauft. Experten

Mehr