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Entwicklungsminister gegen Bundeswehreinsatz in Mali

  • dts - 18. Januar 2020, 12:36 Uhr
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Mali
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Berlin - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die Pläne von Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) kritisiert, zusätzliche Truppen für den Kampf gegen den Terror nach Mali zu entsenden. "Einer Ausweitung des Bundeswehreinsatzes stehe ich skeptisch gegenüber", sagte Müller der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Nur wenn die Menschen eine Lebensperspektive hätten, könne man "Radikalisierung, Terror, Flucht und Schleppertum wirksam begegnen", so der CSU-Politiker weiter. Hinter der Krise in Mali und in der gesamten Tschad-Region stünden Konflikte zwischen Bauern und Tuareg um immer weniger Wasser und immer weniger Weideland fürs Vieh. Er bereite daher eine Verstärkung der Initiative in der Sahel-Region vor. Schwerpunkt dafür seien die Modernisierung der Landwirtschaft, eine bessere Versorgung mit Wasser und die Schaffung von Ausbildungsplätzen und Jobs.

"Die Radikalisierung ist die Folge der Ressourcenknappheit. Wenn nichts mehr bleibt, schließen sich die Menschen den Terrorgruppen Boko Haram und IS an, die ihnen einen Dollar Sold und ein Gewehr versprechen", so der Entwicklungsminister. Alarmiert zeigte er sich durch ein enormes Bevölkerungswachstum in den ärmsten Ländern Afrikas. "Im Kongo zeigt sich die ganze Dramatik. 1980 lebten dort etwa 25 Millionen Menschen. Heute sind es 100 Millionen. Bis 2050 werden es im Kongo sogar 200 Millionen sein", sagte Müller.

Eine "Bevölkerungsexplosion", die "riesige Herausforderungen" bringe: Ernährung, Wasser, Städtebau oder Energie, so der der CSU-Politiker weiter. Um der Entwicklung entgegenzuwirken, werde er "die Familienplanung und die Stärkung der Frauen zu einem Schwerpunkt in diesem Jahr machen". Dazu gehörten "Vereinbarungen" mit den Partnerländern, "dass sie sich eine Familienpolitik geben", so der Entwicklungsminister. Diese müsse vier Bereiche umfassen: mehr Bildung für Mädchen, Zugang zu Verhütungsmitteln, Stärkung der Rechte von Frauen für volle Gleichberechtigung und eine bessere Gesundheitsversorgung der Mütter und Kinder. "Wir bieten unseren Partnern an, in allen vier Bereichen unsere Unterstützung zu verstärken", kündigte der CSU-Politiker an. Bei Gesundheit sei man schon "der drittgrößte Geber weltweit mit über 1 Milliarde Euro pro Jahr". Genauso viel investiere man "in die Bildung - das möchte ich deutlich ausbauen und künftig ein Viertel unserer Mittel für Entwicklungszusammenarbeit in Bildung investieren", sagte Müller der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

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