Wirtschaft

Bundesumweltministerin Schulze zeigt Verständnis für protestierende Landwirte

  • AFP - 18. Januar 2020, 05:51 Uhr
Bild vergrößern: Bundesumweltministerin Schulze zeigt Verständnis für protestierende Landwirte
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD)
Bild: AFP

Nach den jüngsten Bauernprotesten hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) Verständnis für die Landwirte gezeigt. 'Viele unserer Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand', sagte sie der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'.

Nach den jüngsten Bauernprotesten hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) Verständnis für die Landwirte gezeigt. "Viele unserer Landwirte stehen mit dem Rücken zur Wand. Bei 69 Cent für einen Liter Milch und Schleuderpreisen für Fleisch können es die Bauern kaum schaffen, gleichzeitig die Umwelt zu schützen, für sauberes Trinkwasser zu sorgen und die Artenvielfalt zu erhalten", sagte Schulze der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.

"Die Preise immer weiter zu drücken und gleichzeitig hohe Qualität und Umweltschutz zu verlangen, das geht einfach nicht", betonte die SPD-Politikerin. Sie forderte stattdessen "eine Art Gesellschaftsvertrag". "Der muss sicherstellen, dass unsere Bauern ausreichend Geld bekommen - auch von der EU -, damit sie die Erwartungen erfüllen können." 

Konkret heiße das: "Keine Subventionen für Flächenbesitz, sondern Förderung von Landschaftserhalt und artgerechter Tierhaltung. Für den Gesellschaftsvertrag müssen wir alle an einen Tisch holen: Landwirte, Umweltschützer, Verbraucher und den Handel. Nur im Dialog kommen wir aus der zugespitzten Lage wieder heraus."

Am Freitag waren in Berlin und mehreren weiteren Städten erneut Bäuerinnen und Bauern mit ihren Traktoren einem Aufruf der Organisation "Land schafft Verbindung" gefolgt. Im Zentrum stand dabei vor allem die Verschärfung der Düngeregeln, mit denen die Bundesregierung hohe Strafzahlungen aus Brüssel wegen Verstößen gegen die EU-Grundwasserrichtlinie abwenden will. 

Anlass der Proteste war der Beginn der Grünen Woche in Berlin. Dazu hat für Samstag das Bündnis "Wir haben es satt" zur Großkundgebung mit zehntausenden erwarteten Teilnehmern aufgerufen. Sie wollen für artgerechte Tierhaltung, Artenvielfalt und Klimaschutz demonstrieren.

Weitere Meldungen

Bei Verschärfung der Düngeregeln noch "letzte Details" offen

Die Verschärfung der Düngeregeln für Bauern zum Grundwasserschutz sorgt weiter für Diskussionsbedarf mit der EU. Zu klären seien allerdings lediglich "letzte Details", sagte eine

Mehr
Naturschützer geraten im Streit um Tesla-Rodungsstopp weiter in Defensive

Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp für das Tesla-Werk in Grünheide bei Berlin sind die klagenden Naturschutzverbände weiter unter Druck geraten. Der rechtspolitische

Mehr
Jaguar lässt wegen Coronavirus Autoteile per Flugzeuge aus China liefern

Angesichts massiver Störungen in der Lieferkette wegen des Coronavirus lassen die Autobauer Jaguar und Land Rover dringend benötigte Teile für die Fahrzeugproduktion aus China

Mehr

Top Meldungen

Produktion im EU-Baugewerbe sinkt

Brüssel - Im Dezember 2019 ist die Produktion im Baugewerbe in der Europäischen Union (EU) gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 Prozent gesunken. Das ist das Ergebnis erster

Mehr
Mittelstandspräsident nennt Grundrente verfassungswidrig

Berlin - Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, hat die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Grundrente als verfassungswidrig

Mehr
DIHK erwartet 2020 Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent

Die deutsche Wirtschaft kommt auch zum Jahresbeginn weiter nicht in Tritt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum um

Mehr