Wirtschaft

Bundesregierung will nachwachsende Rohstoffe stärker in die Wirtschaft einbinden

  • AFP - 15. Januar 2020, 16:50 Uhr
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Maisfeld vor der Skyline von Frankfurt am Main
Bild: AFP

Die Bundesregierung will die Nutzung nachwachsender Ressourcen und biologischer Prozesse in der Industrie stärker unterstützen. Das Bundeskabinett verabschiedete dafür die sogenannte Nationale Bioökonomiestrategie.

Die Bundesregierung will die Nutzung nachwachsender Ressourcen und biologischer Prozesse in der Industrie stärker unterstützen. Das Bundeskabinett verabschiedete dafür am Mittwoch die sogenannte Nationale Bioökonomiestrategie, wie das Landwirtschaftsministeriums in Berlin mitteilte. Darin bündele die Bundesregierung ihre bisherigen Aktivitäten zur Bioökonomie und stelle die Weichen für die weitere Gestaltung. Federführend in dem Vorhaben sind das Landwirtschaft- und das Bildungsministerium.

Die Bündelung der Bioökonomie-Politik der Bundesregierung in einer Gesamtstrategie dient nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums dazu, "die bisherigen Ziele und Maßnahmen noch stärker als bisher miteinander zu verbinden". Kernziel sei eine "nachhaltige, kreislauforientierte und innovationsstarke" deutsche Wirtschaft.

Im Fokus der künftigen Forschungsförderung stehen den Angaben zufolge die Erweiterung biologischen Wissens und die Nutzung biologischer Verfahren und Systeme. Künftig könnten biogene Rohstoffe auch fossile Rohstoffe ersetzen und "neue nachhaltige Produkte" schaffen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sieht nach eigenen Angaben in der Bioökonomie auch Chancen für die deutsche Land- und Forstwirtschaft. Sie kündigte zudem die Schaffung eines Bioökonomierats an, in dem "unter Einbindung der Gesellschaft" strittige Fragen der Bioökonomie diskutiert werden sollen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) bezeichnete die Bioökonomie als "Schlüssel" im Kampf gegen den Klimawandel und für den Schutz der Lebensgrundlagen.

Der Deutsche Bauernverband unterstützt nach den Worten seines Generalsekretärs, Bernhard Krüsken, das Ziel der Bundesregierung, "Ökonomie und Ökologie für ein nachhaltiges Wirtschaften zu verbinden". Allerdings kritisierte er, dass die Nutztierhaltung in der Strategie "ausgeblendet" worden sei.

Die Grünen verlangten "deutliche" Nachbesserungen an der Bioökonomiestrategie. "Das stumpfe Tauschen von fossilen Ressourcen gegen solche aus nachwachsenden Quellen reicht nicht aus und ist breitflächig ohnehin nicht umzusetzen", erklärte Fraktionsmitglied Harald Ebner. Stattdessen müssten Ressourcenverschwendung bekämpft und die Kreislaufwirtschaft gestärkt werden. Ebner kritisierte zudem, dass Landwirtschaftsministerin Klöckner "ausdrücklich" auf Gentechnik-Pflanzen setze.

Bioökonomie ist eine Wirtschaftsform, die biologische Ressourcen, Prozesse und Systeme nutzt. Zu diesen Ressourcen gehören Pflanzen, Mikroorganismen oder Pilze, aber auch das Wissen über die biologischen Zusammenhänge. Auf dieser Grundlage werden Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen entwickelt und eingesetzt.

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