Wirtschaft

Bundeswehr vergibt Milliardenauftrag an niederländische Werft

  • AFP - 14. Januar 2020, 14:01 Uhr
Bild vergrößern: Bundeswehr vergibt Milliardenauftrag an niederländische Werft
Deutsche Fregatte in Hamburger Werfst
Bild: AFP

Die Bundeswehr lässt ihre neuen Kampfschiffe von einer niederländischen Werft bauen. Vier Jahre nach Beginn des europaweiten Auschreibungsverfahrens erteilte sie der Firma Damen Schelde Naval Shipbuilding den Zuschlag für das Milliardenprojekt.

Die Bundeswehr lässt ihre neuen Kampfschiffe von einer niederländischen Werft bauen. Vier Jahre nach Beginn des europaweiten Ausschreibungsverfahrens erteilte sie der Firma Damen Schelde Naval Shipbuilding in Vlissingen den Zuschlag für das Milliardenprojekt, wie die Bundeswehr am Dienstag mitteilte. Zunächst sollen vier Kampfschiffe der neuen Generation MKS 180 gebaut werden, die geplanten Baukosten liegen bei 4,4 Milliarden Euro. Die IG Metall zeigte sich verärgert, dass keine deutsche Werft zum Zuge kam.

Der Zuschlag für die Niederländer ist nach Angaben der Bundeswehr noch nicht rechtskräftig und kann von unterlegenen Bietern angefochten werden. Ausgeliefert werden sollen die Schiffe ab dem Jahr 2027. 

Die Bundeswehr beziffert die Gesamtkosten des Projekts - Baubegleitung, Errichtung von Ausbildungsstätten und eigentliche Baukosten - auf knapp sechs Milliarden Euro. Der Vertrag soll neben den vier Schiffen die Option auf zwei weitere enthalten.

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die Entscheidung und forderte die Bundesregierung zur Sicherung der deutschen Werftstandorte auf. Die Regierung müsse "jetzt dafür sorgen, dass der Überwasserschiffbau auch trotz dieser Entscheidung über die gesamte Wertschöpfungskette in Deutschland erhalten bleibt", erklärte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Nötig sei nun ein Dialog mit der Branche, um das Vergabeverfahren durch mögliche Rügen von unterlegenen Anbietern nicht weiter zu verzögern.

Der Auftrag für den Bau der neuen deutschen Mehrzweckkampfschiffe war 2015 europaweit ausgeschrieben worden. Das MKS 180 soll nach Angaben der Bundeswehr das gesamte Einsatz- und Aufgabenspektrum der Marine abdecken: Dazu gehören die Verteidigung gegenüber Angriffen aus der Luft sowie die Seekriegsführung gegen Überwasser-, Unterwasser- und Landziele.

Die Marine leidet derzeit an Ausrüstungs- und Personalmangel. Nach jahrelanger Sparpolitik sind die Schiffe veraltet, viele Fregatten und U-Boote sind nicht einsatzfähig. 

Weitere Meldungen

Bericht: Regierung erhöht Wachstumsprognose auf 1,1 Prozent

Berlin - Die Bundesregierung wird ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr wohl leicht um 0,1 Prozentpunkt auf 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr anheben. Das berichtet die

Mehr
Windkraft-Zubau 2019 auf niedrigstem Stand seit dem Jahr 2000

Der Bau neuer Windkraftanlagen an Land ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit dem Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 gefallen. Wie

Mehr
Deutscher Arbeitsmarkt startet robust ins neue Jahr

Zu Beginn des neuen Jahres ist die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach Einschätzung von Experten weiterhin gut. Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und

Mehr

Top Meldungen

Produktion von Spielplatzgeräten gestiegen

Wiesbaden - Die Produktion von Spielplatzgeräten in Deutschland ist im Jahr 2018 gestiegen. Die deutschen Unternehmen produzierten vor zwei Jahren Geräte im Wert von knapp 250

Mehr
NRW: IG Metall rechtfertigt Verzicht auf konkrete Lohnforderung

Düsseldorf - Die IG Metall geht in die anstehende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie ohne konkrete Lohnforderung. "Dass wir keine konkrete Zahl nennen, hat nichts mit

Mehr
IAB-Arbeitsmarktbarometer bleibt stabil

Nürnberg - Das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich im Januar nahezu auf seinem Vormonatsniveau gehalten. Der Frühindikator

Mehr