Wirtschaft

Bericht: Rund jede dritte Lebensmittelkontrolle fällt wegen Personalmangels aus

  • AFP - 11. Dezember 2019, 08:43 Uhr
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Burger in einem Restaurant
Bild: AFP

Rund jede dritte vorgeschriebene Lebensmittelkontrolle in Deutschland fällt einem Bericht zufolge wegen Personalmangels in den zuständigen Behörden aus. Das ergab eine Umfrage durch die Organisation Foodwatch.

Rund jede dritte vorgeschriebene Lebensmittelkontrolle in Deutschland fällt einem Bericht zufolge wegen Personalmangels in den zuständigen Behörden aus. Wie die Zeitung "Die Welt" und der Bayerische Rundfunk am Mittwoch unter Berufung auf Angaben der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch berichteten, fand allein 2018 etwa eine Viertelmillion vorgesehener Besuche in Restaurants und Imbissen oder bei Lebensmittelherstellern aus diesem Grund nicht statt.

Mehr als 50 Ämter in Deutschland schafften den Angaben zufolge nicht einmal die Hälfte der vorgegebenen Kontrollbesuche. Besonders schlimm sei die Lage bei den Behörden in Berlin und Bremen. Dort sei sogar mehr als die Hälfte der vorgesehenen Betriebsbesuche ausgefallen. Foodwatch befragte dem Bericht zufolge die rund 400 Behörden, die auf kommunaler Ebene für Hygienekontrollen zuständig sind, zu ihrer personellen Ausstattung und der Zahl ihrer Kontrollbesuche.

"Die Behörden verstoßen damit massiv gegen die Vorgaben, die den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher sicherstellen sollen", sagte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker der "Welt" und dem BR. Letztlich hätten dadurch auch sauber arbeitende Betriebe Wettbewerbsnachteile.

Nach Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gab es 2018 in Deutschland 416 gemeldete lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche - das waren laut Bericht acht Prozent mehr als 2015. Zuletzt hatte der Skandal um keimbelastete Wurst des hessischen Herstellers Wilke für Schlagzeilen gesorgt, drei Todesfälle werden damit in Verbindung gebracht.

Das Bundesverbraucherschutzministerium von Ministerin Julia Klöckner (CDU) verwies auf die alleinige Zuständigkeit der Bundesländer für die Personalausstattung der Behörden. "Die Ministerin hat die Bundesländer aufgefordert, für ausreichend Personalausstattung zu sorgen", erklärte das Ministerium auf Anfrage der "Welt" und des BR.

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