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Vermieter wegen Diskriminierung von Wohnungsinteressenten aus Afrika verurteilt

  • AFP - 10. Dezember 2019, 11:57 Uhr
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Wegen Diskriminierung eines aus Afrika stammenden Interessenten muss ein Vermieter aus dem bayerischen Augsburg diesem 1000 Euro Entschädigung zahlen. Das entschied das Amtsgericht der Stadt. Der Mann wollte nur an 'Deutsche' vermieten.

Wegen Diskriminierung eines aus Afrika stammenden Interessenten muss ein Wohnungsvermieter aus dem bayerischen Augsburg diesem 1000 Euro Entschädigung zahlen. Das entschied das Amtsgericht der Stadt nach eigenen Angaben am Dienstag. Der Vermieter gab demnach ein Zeitungsinserat auf, derzufolge er nur an "Deutsche" vermieten wolle. Anrufe des Bewerbers waren erfolglos, obwohl die Wohnung noch frei war. (Az. 20 C 2566/19)

Der in München lebende und aus Burkina Faso stammende Bewerber klagte deshalb in einem Zivilverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Gleichbehandlungsgesetz. Das Amtsgericht gab ihm Recht. Es sei nicht zulässig, alle "Nichtdeutschen" von einem etwaigen Vertragsverhältnis auszuschließen. Der Vermieter habe den Interessenten aufgrund von dessen Rasse oder ethnischen Herkunft benachteiligt und müsse daher Schadenersatz leisten.

Wegen einer möglichen Wiederholungsgefahr verurteilte das Gericht den Vermieter außerdem auch dazu, solche Herangehensweisen künftig zu unterlassen. Sollte dieser dagegen verstoßen, drohen ihm ein Ordnungsgeld oder gar Ordnungshaft. Das Urteil in dem Fall ist jedoch noch nicht rechtskräftig, Berufungen dagegen sind möglich.

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