Wirtschaft

Morgan Stanley soll in Frankreich 20 Millionen Euro Strafe zahlen

  • AFP - 10. Dezember 2019, 11:37 Uhr
Bild vergrößern: Morgan Stanley soll in Frankreich 20 Millionen Euro Strafe zahlen
Devant le siège de Morgan Stanley à New York, le 1er juin 2012
Bild: AFP

Die französische Börsenaufsicht AMF hat die US-Investmentbank Morgan Stanley wegen Kursmanipulation zu einer Strafe von 20 Millionen Euro verdonnert. Die Niederlassung von Morgan Stanley in London habe 2015 auf dem Höhepunkt der griechischen Schuldenkrise 'massiv' französische und belgische Staatsanleihen gekauft, um deren Kurs 'künstlich' in die Höhe zu treiben, teilte die AMF am Dienstag mit. Ziel sei es gewesen, die Papiere mit hohem Gewinn wieder zu verkaufen. 

Die französische Börsenaufsicht hat die US-Investmentbank Morgan Stanley wegen Kursmanipulation zu einer Strafe von 20 Millionen Euro verurteilt. Die Niederlassung von Morgan Stanley in London habe 2015 auf dem Höhepunkt der griechischen Schuldenkrise den Kurs von französischen Staatsanleihen künstlich in die Höhe getrieben, um diese dann zu einem besseren Preis zu verkaufen, erklärte die Börsenaufsicht. Die Investmentbank kritisierte die Strafe als "unverhältnismäßig" und kündigte Rechtsmittel an.

Die Pariser Börsenaufsicht Autorité des marchés financiers (AMF) teilte mit, Morgan Stanley habe im Juni 2015 massiv Termingeschäfte mit französischen und deutschen Staatsanleihen abgeschlossen. Ziel sei gewesen, "einen unnormalen und künstlichen Kursanstieg" herbeizuführen, um so befürchtete Verluste bei französischen Staatsobligationen zu mindern. Letztere waren nach einem Krisentreffen zwischen Athen und seinen Gläubigern und Gerüchten über einen "Grexit" massiv unter Druck geraten.

Morgan Stanley erklärte dazu, die Geschäfte stimmten "völlig mit den Marktpraktiken überein". Die Bank sei "überzeugt, im besten Interesse des Marktes und ihrer Kunden gehandelt zu haben".

Die Strafe von 20 Millionen Euro ist mit die höchste, die die französische Börsenaufsicht jemals verhängt hat. Die Marktaufseher hatten 2017 die Vermögensverwaltungs-Gesellschaft Natixis Asset Management wegen Unregelmäßigkeiten bei Fondsgeschäften zu einer Rekordbuße von 35 Millionen Euro verurteilt, die Strafe wurde aber in diesem November ebenfalls auf 20 Millionen Euro abgesenkt.

Weitere Meldungen

Jeder dritte Deutsche kann sich ein Leben ohne Bargeld vorstellen

Etwa jeder dritte Deutsche kann sich ein Leben ohne Bargeld vorstellen. 33,4 Prozent der Befragten äußerten in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Innofact im Auftrag des

Mehr
Bahn meldet höhere Pünktlichkeit von Fernzügen

Die Deutsche Bahn meldet eine höhere Pünktlichkeit von Fernzügen. Die Düsseldorfer "Wirtschaftswoche" berief sich am Samstag auf ein diesbezügliches Schreiben von Bahn-Vorstand

Mehr
Bundesregierung zweifelt offenbar an Rechtmäßigkeit von Negativzinsen

Die Bundesregierung zweifelt offenbar an der Rechtmäßigkeit sogenannter Negativzinsen. Das berichtete die "Passauer Neue Presse" am Samstag unter Berufung auf eine von

Mehr

Top Meldungen

Bericht: Boom am deutschen Arbeitsmarkt vor dem Aus

Berlin - Der zehnjährige Boom am deutschen Arbeitsmarkt könnte laut eines Zeitungsberichtes vor dem Aus stehen. Auf Bundesebene ist die Arbeitslosenquote zwar derzeit stabil,

Mehr
Bei der Lufthansa drohen längere Streiks der Flugbegleiter

Bei der Lufthansa und ihren Tochter-Airlines drohen neue und diesmal längere Streiks. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO will am kommenden Mittwoch neue Arbeitskampfmaßnahmen im

Mehr
Künast will Herkunftskennzeichnung für Fleischersatzprodukte

Berlin - Die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, fordert auch für Fleischersatzprodukte eine Herkunftskennzeichnung. "Es kann doch nicht

Mehr