Wirtschaft

Tariflöhne in Deutschland steigen 2019 im Schnitt um drei Prozent

  • AFP - 10. Dezember 2019, 11:32 Uhr
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Beschäftigte bei einer Gewerkschaftskundgebung
Bild: AFP

Die Tariflöhne in Deutschland steigen im laufenden Jahr um durchschnittlich drei Prozent. Das ergab eine Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. Bei einer Inflation von 1,4 Prozent bedeutet dies einen Reallohnzuwachs von 1,6 Prozent.

Millionen von Arbeitnehmern haben in diesem Jahr mehr Geld im Portemonnaie: Die Tariflöhne in Deutschland steigen 2019 um durchschnittlich drei Prozent, bei einer Inflation von im Schnitt 1,4 Prozent bedeutet dies einen deutlichen Reallohnzuwachs von 1,6 Prozent. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichten Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf. 

"Für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erweist sich die Tarifpolitik damit einmal mehr als ein wichtiger Stabilitätsanker", erklärte der Leiter des Tarifarchivs beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Stiftung, Thorsten Schulten. Auch bei den im kommenden Jahr anstehenden Tarifrunden würden kräftige Erhöhungen der Gehälter "einer möglichen konjunkturellen Eintrübung durch eine Stabilisierung der privaten Konsumnachfrage entgegenwirken".

Im nächsten Jahr stehen laut Böckler-Stiftung Verhandlungen unter anderem in der deutschen Metall- und Elektroindustrie sowie im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen an. Beides sind bundesweit zentrale Branchen, in denen jeweils viele hunderttausend Menschen beschäftigt sind.

In diesem Jahr profitierten der Analyse zufolge rund 20 Millionen Beschäftigte von höheren Tariflöhnen. Für acht Millionen davon wurden neue Abschlüsse ausgehandelt. Den übrigen zwölf Millionen kamen Tarifeinigungen aus den Vorjahren zu Gute, die über mehrere Jahre gestaffelten Erhöhungen vorsehen. Bei Neuabschlüssen lag das Plus bei 2,5 Prozent - und so laut Stiftung im Schnitt "spürbar niedriger" als bei denen aus den Vorjahren (3,3 Prozent).

Zu den Abschlüssen des laufenden Jahres zählten unter anderem Tarifeinigungen in der Chemischen Industrie oder im Versicherungsgewerbe. In der Chemieindustrie wurden Lohnsteigerungen von 1,5 Prozent ab Juli 2020 und 1,3 Prozent ab Juli 2021 vereinbart. Für das noch laufende Jahr gibt es regional unterschiedliche hohe Zusatz-Pauschalen für mehrere Monate.

In der Versicherungsbranche gibt es 2,8 Prozent mehr ab April 2020 und zwei Prozent mehr ab Juni 2021, für 2019 ebenfalls zusätzliche Monatspauschalen. Tarifabschlüsse gab es außerdem unter anderem im Bankgewerbe mit zwei Prozent mehr ab September. Dazu kamen noch regionale Abschlüsse etwa für den öffentlichen Dienst in Hessen oder den Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen. 

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