Technologie

Philips-Deutschlandchef warnt vor schleppender Digitalisierung

  • dts - 3. Dezember 2019, 05:00 Uhr
Bild vergrößern: Philips-Deutschlandchef warnt vor schleppender Digitalisierung
Handy-Sendemasten
dts

.

Hamburg - In der Debatte um die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens hat Philips-Deutschlandchef Peter Vullinghs davor gewarnt, den Anschluss an die USA oder China zu verlieren. "Wir brauchen digitale Lösungen, um das Gesundheitssystem zu verbessern. Wenn wir jedoch über Datenschutz sprechen, dann oft, um einen Grund zu haben, genau das nicht zu tun", sagte Vullinghs, der das Geschäft des niederländischen Konzerns in Deutschland, Österreich und der Schweiz verantwortet, der "Welt" (Dienstagsausgabe).

"Während wir über Datenschutz diskutieren und nichts passiert, enteilen uns China und die USA. Irgendwann wird Amerika uns sagen, was wir tun sollen." Nachdem Philips sein Lichtgeschäft ausgegliedert und an die Börse gebracht sowie die Unterhaltungselektronik verkauft hatte, investiert der Konzern derzeit Milliarden in den Ausbau des Medizintechnikgeschäfts und in digitale Lösungen für das Gesundheitswesen.

Dazu zählen beispielsweise ein datenbasiertes Frühwarnsystem für Krankenhäuser oder eine digitale Plattform für Krebspatienten. Nach Aussage des Philips-Managers hat Deutschland bei der Digitalisierung "noch viel Luft nach oben" - auch, weil die Angst um sensible medizinische Informationen mögliche Fortschritte ausbremst. "Aktuell sind meine Daten doch auch überall, in der Arztpraxis, bei der Krankenkasse oder anderswo. Wenn wir aber eine digitale Patientenakte einführen, dann sind die Daten in meiner Hand und ich kann selbst entscheiden, was damit passiert", so Vullinghs.

Der Philips-Manager stellte klar, dass die europäische Datenschutzrichtlinie seinem Unternehmen "heilig" sei: "Wir anonymisieren alle Daten und wir verkaufen sie nicht." Es gebe jedoch genügend technische Lösungen, um Daten zu schützen, so Vullinghs. "Datenschutz ist wichtig, aber er darf uns nicht bremsen." Müsse Philips sich beispielsweise entscheiden, wo ein Forschungslabor zur künstlichen Intelligenz aufgebaut werde, stünde der Konzern vor folgender Situation: "In Europa wird ewig diskutiert, während in den USA weiter geforscht werden kann. Das wird irgendwann zum Problem für unsere Wettbewerbsfähigkeit."

Weitere Meldungen

Hans beklagt Vertrauensverlust in der GroKo nach SPD-Parteitag

Berlin - Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) attestiert der Großen Koalition einen enormen gegenseitigen Vertrauensverlust nach dem SPD-Parteitag. "Es ist gut,

Mehr
Was Senioren-Handys können müssen


Schickes Design beim Smartphone - das ist nur für acht Prozent der deutschen Senioren ein Kaufgrund. 98 Prozent wollen ihr Gerät gut bedienen können. Zu diesem Ergebnis

Mehr
Digitalverbände gegen Verbote im Datenschutzrecht

Berlin - Die Digitalverbände BVDW und Eco sehen derzeit keinen Bedarf für schärfere Regeln zum Schutz persönlicher Daten von Kindern im Internet. Das berichtet das "Handelsblatt"

Mehr

Top Meldungen

Zahl der Unternehmensinsolvenzen gesunken

Wiesbaden - Die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland ist im Zeitraum von Januar bis September 2019 gesunken. In diesem Zeitraum meldeten die deutschen Amtsgerichte 14.381

Mehr
Arbeitgeberpräsident bezeichnet Lieferkettengesetz als "großen Unfug"

Berlin - Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, hat die Pläne in Teilen der Bundesregierung für ein Lieferkettengesetz zur

Mehr
VDMA und Siemens fordern Modernisierung der Ingenieursausbildung

Frankfurt/Main - Der Verband der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) und Siemens fordern von den Hochschulen eine modernere Ingenieursausbildung. "Sie müssen ihre Lehre

Mehr