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Türkischer Schriftsteller Ahmet Altan erneut verhaftet

  • AFP - 12. November 2019, 22:17 Uhr
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Ahmet Altan bei seiner Verhaftung
Bild: AFP

Die türkische Polizei hat den Schriftsteller Ahmet Altan nur eine Woche nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut verhaftet. Es wurde Haftbefehl erlassen, nachdem der Generalstaatsanwalt gegen die Freilassung Altans Berufung eingelegt hatte.

Die türkische Polizei hat den Schriftsteller Ahmet Altan eine Woche nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis erneut verhaftet. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete, wurde ein Haftbefehl erlassen, nachdem der Generalstaatsanwalt gegen die Freilassung Altans Berufung eingelegt hatte. Dem prominenten Intellektuellen wird die Unterstützung des Putschversuchs im Jahr 2016 vorgeworfen. 

Nach Angaben der Polizei in Istanbul nahmen Beamte Altan in seinem Haus im Bezirk Kadiköy auf der asiatischen Seite der Stadt fest. Altan war erst vergangenen Dienstag gemeinsam mit der Journalistin Nazli Ilicak unter Auflagen aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein Gericht in Istanbul hatte Altan zwar zu zehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, zugleich aber seine Freilassung unter Auflagen angeordnet, da er schon mehr als drei Jahre im Gefängnis saß. Er durfte die Türkei gemäß dem Gerichtsurteil nicht verlassen.

Altan und Ilicak waren ursprünglich 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie Mitglieder der verbotenen Gülen-Bewegung gewesen sein sollen. Im Juli sprach das Oberste Berufungsgericht der Türkei beide Autoren frei und ordnete ein Wiederaufnahmeverfahren wegen einer anderen Anklage an.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft der Gülen-Bewegung vor, hinter dem Putschversuch 2016 zu stecken. Der Kopf der Gruppe, Fethullah Gülen, weist die Vorwürfe zurück. Auch Altan und Ilicak hatten jede Beteiligung an dem gescheiterten Putschversuch von sich gewiesen und die Anschuldigungen als "grotesk" bezeichnet.

Die Chefin von Amnesty International in Europa, Marie Struthers, nannte den Vorgang in einer Erklärung "skandalös". "Es ist unmöglich, diese Entscheidung als etwas anderes als eine weitere Strafe für Altans Entschlossenheit zu sehen, nicht zum Schweigen gebracht zu werden", sagte Struthers.

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