Wirtschaft

UFO und Lufthansa einigen sich auf Schlichtung

  • AFP - 12. November 2019, 17:43 Uhr
Bild vergrößern: UFO und Lufthansa einigen sich auf Schlichtung
Streikende am 8. November in Frankfurt am Main
Bild: AFP

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO und die Lufthansa haben ihre Streitigkeiten beigelegt. In den am Wochenende begonnenen Gesprächen sei eine 'weitreichende und umfassende Lösung' gefunden. Streiks der Flugbegleiter seien damit abgewendet.

Kunden der Lufthansa können aufatmen: Die Flugbegleitergewerkschaft UFO und die Airline haben ihre Streitigkeiten beigelegt. In den am Wochenende begonnenen Gesprächen sei eine "weitreichende und umfassende Lösung" gefunden worden, teilte UFO am Dienstag in Möhrfelden-Walldorf mit. Streiks der Flugbegleiter bei der Lufthansa sind damit "bis auf Weiteres" ausgeschlossen, wie das Unternehmen erklärte. 

Beide Seiten einigten sich den Angaben zufolge auf eine Schlichtung bei Tarifthemen und werden nun jeweils einen Schlichter benennen. Gegenstand würden unter anderem die von UFO verlangten höheren Spesen und Zulagen sein, teilte die Lufthansa mit.  

Vorab seien zudem "einige Punkte" bereits geklärt worden - so gebe es besondere Zahlungen an Einsteiger und fluguntaugliche Kollegen erhielten wieder den Betriebsrentnerstatus, erklärte die Gewerkschaft. Details werden auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Donnerstag um 14.00 Uhr bekannt gegeben, wahrscheinlich auch Namen der Schlichter.

Da es nicht nur rein tarifvertragliche Probleme gebe, sei für "andere Punkte" ein paralleler, moderierter Verhandlungsprozess vereinbart worden, erklärten UFO und Lufthansa weiter. Hier gehe es etwa um einen Mitarbeiterfonds, teilte UFO mit. Die Konkurrenzgewerkschaft Verdi könne sich in den Schlichtungs- und Moderationsprozess einbringen, erklärte die Lufthansa. 

Die Tarifstreitigkeiten zwischen UFO und den Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, SunExpress und CityLine seien zwar nicht Teil der Schlichtung, führte die Gewerkschaft weiter aus. Aber auch dort würden Forderungen von UFO nun "ad hoc" umgesetzt und zu weiteren Themen Tarifverhandlungen aufgenommen.  

Unternehmen und Gewerkschaft waren tief zerstritten: Die Lufthansa zweifelte die Vertretungsbefugnis der Gewerkschaft nach Querelen im UFO-Vorstand an und sah die "Gewerkschaftseigenschaft" ungeklärt. UFO organisierte am vergangenen Donnerstag und Freitag einen 48-stündigen Streik, auch um die Airline an den Verhandlungstisch zu bringen.

Das Unternehmen musste 1500 Flüge streichen, 200.000 Passagiere waren betroffen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte vergeblich versucht, den Streik gerichtlich verbieten zu lassen. Am ersten Streiktag bot er Gespräche über eine Schlichtung an. 

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens erklärte, die vertraulichen Gespräche mit UFO hätten gezeigt, "dass wir gemeinsam zu einer Lösung kommen können". Der Konzern kehre "mit UFO als Gewerkschaft an den Verhandlungstisch zurück". 

Die Gewerkschaft Verdi teilte am Dienstag mit, in den am Montag gestarteten Verhandlungen für die rund 3500 Saisonalen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter (SMK) sei eine "kurzfristige Lösung" erzielt worden: Die SMK erhalten demnach rückwirkend zum 1. November eine Winterzulage von 400 Euro im Monat bei einer vertraglich vereinbarten Winterarbeitszeit von November bis Februar. Die SMK sind demnach ausschließlich an den Flughäfen Frankfurt und München stationiert.

Weitere Meldungen

Urteil des Bundesgerichtshofs zum Markenrechtsschutz beim "Öko-Test"-Siegel

Der Bundesgerichtshof (BGH) verkündet am Donnerstag (09.00 Uhr) ein Urteil zur Werbung mit dem "Öko-Test"-Siegel. Der BGH muss darüber entscheiden, unter welchen Voraussetzungen

Mehr
Christine Lagarde verkündet erstmals Leitzinsentscheid der EZB

EZB-Präsidentin Christine Lagarde leitet am Donnerstag erstmals den Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) und verkündet anschließend die Leitzinsentscheidungen. Große

Mehr
Molkerei Baladna aus Katar nimmt mit Börsengang 352 Millionen Euro ein

Die Molkerei Baladna aus Katar hat mit ihrem Börsengang umgerechnet 352 Millionen Euro eingenommen. Die Aktien des Unternehmens wurden am Mittwoch erstmals an der Börse in Doha

Mehr

Top Meldungen

EU-Klimapläne: Wirtschaft drängt auf mehr politische Unterstützung

Berlin - Die deutsche Wirtschaft drängt nach der Vorlage der neuen EU-Klimaschutzpläne auf mehr politische Unterstützung für die Unternehmen und fordert die Absenkung von

Mehr
VZBV: Insolvenzschutz für Pauschalreisende muss deutlich steigen

Berlin - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hält eine deutliche Aufstockung der Insolvenzschutzversicherung für Pauschalreisende für notwendig. "Der

Mehr
Studie: Pendler sind häufiger krank

Berlin - Wer mehr als eine Stunde täglich zur Arbeit pendeln muss oder sogar einen Zweitwohnsitz benötigt, um zum Arbeitsplatz zu gelangen, ist häufiger krank. Das ist das

Mehr