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Drei Schauspieler in Saudi-Arabiens Hauptstadt auf offener Bühne niedergestochen

  • AFP - 12. November 2019, 12:24 Uhr
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Kronprinz Mohammed bin Salman
Bild: AFP

Auf offener Bühne sind in der saudiarabischen Hauptstadt Riad drei Schauspieler niedergestochen worden. Es war der erste derartige Angriff, seit in Saudi-Arabien die lange geltenden Restriktionen für Freizeitvergnügungen gelockert wurden.

In der saudiarabischen Hauptstadt Riad hat ein Mann auf offener Bühne drei Schauspieler niedergestochen. Die zwei Männer und eine Frau seien bei der Attacke am Montagabend verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher der amtlichen Nachrichtenagentur SPA. Ein 33-jähriger Jemenit wurde wegen der Tat festgenommen. Es war der erste derartige Angriff, seit in dem streng konservativen Königreich die lange geltenden Restriktionen für Freizeitvergnügungen deutlich gelockert worden waren.

Die drei Verletzten seien medizinisch behandelt worden, sagte der Polizeisprecher. Ihr Zustand sei stabil. Der Angreifer wurde den Angaben zufolge festgenommen. Er habe die Tatwaffe bei sich gehabt.

Auf im staatlichen Fernsehsender Al-Echbarija ausgestrahlten Bildern war zu sehen, wie ein Mann auf die Bühne stürmt und die kostümierten tanzenden Darsteller mit einem Messer angreift. Über die Nationalität der Opfer machte der Sender keine Angaben. Auf den Aufnahmen wirkte es so, als handele es sich um den Auftritt einer ausländischen Theatergruppe.

Die Tat ereignete sich im König-Abdullah-Park, der zu den Veranstaltungsorten des Kulturfestivals "Riyadh Season" zählt. In Saudi-Arabien waren öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen wie etwa Kino- oder Musikaufführungen lange Zeit weitgehend verboten. 

Kronprinz Mohammed bin Salman hat inzwischen aber einen Reformkurs eingeschlagen, mit dem er den Ölstaat liberalisieren und modernisieren will. Umgerechnet 58 Milliarden Euro sollen in den kommenden zehn Jahren in den Unterhaltungssektor des Landes fließen. In letzter Zeit traten dort bereits internationale Stars wie Janet Jackson und der US-Rapper 50 Cent auf, was noch vor zwei Jahren undenkbar gewesen wäre.

Die Öffnung Saudi-Arabiens trifft auf den Widerstand von strenggläubigen Geistlichen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurde dieses Jahr der Geistliche Omar al-Mukbil festgenommen, weil er der für den Unterhaltungszweig zuständigen Behörde vorgeworfen hatte, "die ursprüngliche Identität der saudiarabischen Gesellschaft auszulöschen". 

Der saudiarabische Experte Ali Schihab schrieb nach der Attacke am Montagabend im Kurzmitteilungsdienst Twitter, viele Mitglieder des Klerus im Land führten eine "Kampagne" gegen die Neuerungen in der Unterhaltungsindudstrie. Dadurch entstehe "das Risiko dieser Art von Aggressionen".

Der Saudi-Arabien-Experte Quentin de Pimodan sagte der Nachrichtenagentur AFP, in dem arabischen Land herrsche ein Richtungsstreit. "Die Liberalen und die Konservativen des Königreichs prallen aufeinander, was die saudiarabischen Herrscher wahrscheinlich am meisten beunruhigt", hob der Wissenschaftler des in Athen ansässigen Research Institute for European and American Studies hervor. 

Nach dem Angriff auf die Schauspieler rechnet de Pimodan "mit einer härteren Repression gegen diejenigen, die sich der Zunahme des Vergnügungsangebots in Saudi-Arabien widersetzen".

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