Wirtschaft

Adidas verlagert "Speedfactories" aus Ansbach und Atlanta nach Asien

  • AFP - 11. November 2019, 13:08 Uhr
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Adidas-Schuhe in Herzogenaurach
Bild: AFP

Der Sportartikelhersteller Adidas gibt seine 'Speedfactories' in Ansbach und in Atlanta auf. Stattdessen soll die Technologie ab Ende dieses Jahres bei zwei Zulieferbetrieben in Asien eingesetzt werden.

Der Sportartikelhersteller Adidas gibt seine auf die hochautomatisierte Produktion von Turnschuhen spezialisierten "Speedfactories" in Ansbach nahe Nürnberg und der US-Südstaatenmetropole Atlanta auf. Stattdessen solle die Technologie ab Ende dieses Jahres bei zwei Zulieferbetrieben in Asien eingesetzt werden, teilte Adidas am Montag mit. Die Produktion in den beiden Fertigungsstätten in Ansbach und Atlanta werde "bis spätestens April 2020 eingestellt".

Die "Speedfactories" sollen die schnellere und individuell besser an Kundenwünsche angepasste Herstellung von Sportschuhen ermöglichen. Vor gerade einmal rund drei Jahren hatte Adidas die Hightech-Produktionsstätten noch als Möglichkeit dafür gepriesen, die Schuhfertigung enger an die Kunden und ihre persönliche Wünsche heranzuholen - und gleichzeitig zu zeigen, dass Arbeitsplätze in der Produktion auch in Länder mit vergleichsweise hohen Löhnen zurückkehren können.

Als Grund für die Verlagerung nach Asien gab das Unternehmen nun an, dass sich Adidas davon eine "bessere Ausnutzung bestehender Produktionskapazitäten und mehr Flexibilität in der Produktgestaltung" verspreche. Die "Speedfactories" hätten "wesentlich dazu beigetragen, unsere Fertigungsinnovation und -fähigkeit zu fördern", erklärte Vorstandsmitglied Martin Shankland. Durch diese Erkenntnisse und den Einsatz der Technik in den Zulieferbetrieben könne Adidas nun "Produktionskapazitäten flexibler und wirtschaftlicher nutzen" und gleichzeitig das Sortiment an Produkten mit kurzer Fertigungszeit schneller ausweiten.

In den beiden "Speedfactories" wurden etwa eine Million Paar Turnschuhe pro Jahr produziert, insgesamt sind es bei Adidas 400 Millionen. Die Folgen für die rund 160 Arbeitsplätze in Ansbach waren am Montag zunächst unklar.

Das Werk wird ebenso wie die "Speedfactory" in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia von der Firma Oechsler betrieben. "Auch wenn wir die Beweggründe von Adidas verstehen, die Speedfactory-Produktion bei Oechsler einzustellen, bedauern wir diese Entscheidung sehr", erklärte Oechsler-Vorstandschef Claudius Kozlik. "Gleichzeitig freuen wir uns darauf, im Bereich des 4D-Drucks von Sohlen weiterhin eng und vertrauensvoll mit Adidas zusammen zu arbeiten."

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