Wirtschaft

Krupp-Stiftung zweifelt an Komplettverkauf von Aufzugssparte

  • dts - 23. Oktober 2019, 16:38 Uhr
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Thyssenkrupp
dts

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Essen - Die Krupp-Stiftung zieht den von Finanzinvestoren verlangten Komplettverkauf der Aufzugssparte in Zweifel. "Man wird am Ende sehen, was die beste Lösung ist. Aber natürlich ist es für die Stiftung sehr sinnvoll, wenn sie an dem ertragreichsten Unternehmensteil Elevator zu einem möglichst großen Anteil beteiligt bleiben könnte", sagte Stiftungschefin Ursula Gather der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

Auch ein Börsengang sei keineswegs vom Tisch. Wie alle übrigen Optionen werde dieser "selbstverständlich sorgfältig vorbereitet". Die Aufzüge sind die Ertragsperle des Konzerns und standen zuletzt für mehr als die Hälfte des Gewinns.

Die Stiftungschefin verwies darauf, dass der Konzern auch in Zukunft einen "gewissen Ausgleich" für schlecht laufende Geschäftsbereiche benötige. "Es ist zu einfach, nur den Konglomerats-Abschlag zu bemängeln. Es muss Teil der Strategie bleiben, die Volatilität des Stahlgeschäfts abzufedern", sagte Gather. Dazu gehöre aber auch eine Leistungsvorgabe für alle Geschäfte: "Auf lange Sicht wird es kein Geschäft mit Minusmargen geben können", so die Stiftungschefin weiter.

Stahl und Werkstoffe sollen in Zukunft den Kern von Thyssenkrupp bilden. Der Konzern braucht aber zunächst dringend frisches Geld, um seinen bedrohlich hohen Berg aus Schulden und Pensionsverpflichtungen abzutragen. Die Lage sei "herausfordernd", so Gather. "Wir müssen jetzt mit der nötigen Geschwindigkeit vorangehen. Dafür ist es höchste Zeit", so die Stiftungschefin weiter. Sie widersprach indirekt Spekulationen, dass der Aufsichtsrat bereits nach einem Nachfolger für die interimistisch bestellte neue Vorstandschefin Martina Merz suche. Nach dem Rauswurf von Guido Kerkhoff war Merz vor gut drei Wochen vom Aufsichtsratsvorsitz an die Unternehmensspitze gewechselt. "Sie ist entsendet für ein Jahr, das ist der Plan", sagte Gather der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Merz genieße das volle Vertrauen der Stiftung.

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