Politik

Proteste im Libanon halten auch nach Billigung von Reformen durch Regierung an

  • AFP - 22. Oktober 2019, 19:05 Uhr
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Demonstranten am Stadtrand von Beirut
Bild: AFP

Am sechsten Tag in Folge sind im Libanon Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Dutzende Demonstranten versammelten sich am Dienstag vor der Zentralbank in Beirut.

Am sechsten Tag in Folge sind im Libanon Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Dutzende Demonstranten versammelten sich am Dienstag vor der Zentralbank in Beirut. Angesichts der größten Massenproteste seit Jahren hatte die Regierung von Ministerpräsident Saad Hariri am Montag ein umfassendes Reformprogramm auf den Weg gebracht.

Die Demonstranten konnte das Reformpaket der Regierung allerdings nicht besänftigen. Vor der Zentralbank in der Hauptstadt protestierten Demonstranten mit Rufen wie: "Nieder mit der Zentralbank. Wir werden keine Steuern zahlen. Lasst die Banken sie zahlen."

Der Ärger über die verkrustete politische Führung im Libanon hatte in den vergangenen Tagen in Beirut und zahlreichen weiteren Städten hunderttausende Demonstranten mobilisiert. Die Massenproteste von Montag waren in Beirut in eine nächtliche Party mit Spontan-Konzerten gemündet, die bis tief in die Nacht andauerten.

Freiwillige halfen am Dienstag dabei, die Straßen aufzuräumen. Die Armee versuchte der libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge derweil, eine Reihe wichtiger Verkehrsadern wieder zu öffnen, die Demonstranten seit Tagen blockiert hielten. 

Die seit Tagen andauernden Massenproteste richten sich gegen die politische Elite, die verbreitete Korruption sowie die unablässigen Ausfälle bei der Strom- und Wasserversorgung. Ausgelöst worden waren sie zunächst durch ein Vorhaben der Regierung, eine neue Steuer auf Anrufe zu erheben, die über Onlinedienste wie Whatsapp getätigt werden. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße und forderten den Sturz der Regierung. Diese zog den Plan zwar schnell wieder zurück, doch die Proteste hielten an.

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