Wirtschaft

Vor allem kleine Solaranlagen sorgen für steigenden Anteil der Ökoenergie weltweit

  • AFP - 21. Oktober 2019, 11:49 Uhr
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Solaranlage auf dem Dach des Hauses in den USA
Bild: AFP

Der Anteil der erneuerbaren Energien weltweit wird in den kommenden Jahren weiter kräftig steigen - vor allem auch dank eines kräftigen Zubaus von Solaranlagen auf Dächern von Haushalten und Unternehmen. Damit rechnet die Internationale Energieagentur.

Der Anteil der erneuerbaren Energien weltweit wird in den kommenden fünf Jahren weiter kräftig steigen - vor allem auch dank eines kräftigen Zubaus von Solaranlagen auf den Dächern von Haushalten und Unternehmen. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit einer Zunahme der Kapazitäten um 50 Prozent oder 1200 Gigawatt bis Ende 2024 - das ist so viel Strom, wie derzeit in den USA insgesamt erzeugt wird.

Der Anteil der Erneuerbaren werde von derzeit 26 Prozent auf 30 Prozent steigen, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht der IEA zu erneuerbaren Energien. Der Energieträger Kohle werde mit 34 Prozent allerdings weiterhin auf dem ersten Platz stehen.

"Wir stehen an einem entscheidenden Punkt", erklärte IEA-Chef Fatih Birol, "und Solar- und Windanlagen sind der Motor der Veränderung". Es brauche allerdings "noch mehr Anstrengungen" für das Klima, die Luftqualität und auch für einen besseren Zugang zu Energie.

Im vergangenen Jahr war der Ausbau der Erneuerbaren erstmals seit fast zwei Jahrzehnten zum Erliegen gekommen. Grund waren vor allem geringere Investitionen in China. Hindernisse nicht nur dort für einen raschen Ausbau sind laut Birol vor allem politische und gesetzgeberische Ungewissheit, hohe Investitionsrisiken und die Einspeisung von Wind- und Solarstrom in bestehende Netze. 

In den kommenden fünf Jahren rechnet die IEA aber dennoch mit einem "spektakulären" Zubau vor allem von dezentralen Solaranlagen, mit deren Hilfe Privathaushalte, Supermärkte oder Fabriken ihren eigenen Strom produzieren können. In den meisten Ländern seien die Kosten für selbst erzeugten Solarstrom schon niedriger als die Strompreise. Diese Kosten würden weiter sinken: um 15 bis 35 Prozent bis Ende 2024, wie die IEA erwartet.

In den kommenden fünf Jahren werde sich die Zahl der Solaranlagen auf Dächern so auf 100 Millionen weltweit verdoppeln, prognostiziert die Agentur. Dann trügen sechs Prozent aller dafür geeigneten Dächer eine Solaranlage.

Laut Energieagentur wird sich in der Ökostrom-Entwicklung am meisten in China tun, danach folgen die EU, die USA und Indien. Aber auch in Afrika und Asien rechnet die IEA mit starkem Wachstum der erneuerbaren Energien, so dass in den kommenden Jahren "rund 100 Millionen Menschen" erstmals Zugang zu Strom haben werden, wie IEA-Experte Paolo Frankl sagte. 

Ein weiterer Hoffnungsträger sind Offshore-Windanlagen, die derzeit gerade einmal 0,3 Prozent des Stroms weltweit liefern. "Das Potenzial ist enorm, in Europa, in den USA, in China", sagte Birol erst kürzlich. Auch hier sei mit stark fallenden Kosten zu rechnen.

Im Verkehrssektor rechnet die IEA mit einer nur langsamen Entwicklung. Trotz rascher Ausbreitung von Elektroautos werde der Anteil der erneuerbaren Energien bis Ende 2024 nur etwa zehn Prozent erreichen, heißt es im Jahresbericht. Starke Förderung durch die Politik, die etwa neue Märkte in der Luft- und Seefahrt eröffne, könne diesen Anteil steigern.

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