Politik

Japans neuer Umweltminister will Atomenergie den Rücken kehren

  • AFP - 12. September 2019, 13:07 Uhr
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Japans neuer Umweltminister Koizumi
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Japans neuer Umweltminister Shinjiro Koizumi will eine Abkehr des Landes von der Atomenergie. Ein Unglück wie vor acht Jahren in Fukushima dürfe sich niemals wiederholen, sagte das neue Regierungsmitglied.

Japans neuer Umweltminister Shinjiro Koizumi will eine Abkehr seines Landes von der Atomenergie. Ein Unglück wie vor acht Jahren in Fukushima dürfe sich niemals wiederholen, sagte das neue Regierungsmitglied am späten Mittwochabend. Der 38-Jährige ist der Sohn des in der Bevölkerung sehr beliebten ehemaligen Regierungschefs Junichiro Koizumi und gilt als "aufsteigender Stern" in der japanischen Politik.

"Ich würde gern darüber nachdenken, wir wir sie abschaffen können und nicht, wie wir sie erhalten", sagte der neue Umweltminister auf die Frage nach seinen Plänen für die Atomkraftwerke des Landes. "Wir wären erledigt, wenn wir zweimal ein Atomunglück in einem Land geschehen lassen. Wir wissen nicht, wann das nächste Erbeben kommt." 

Nähere Ausführungen zu seinen Plänen machte Koizumi nicht. Er scheint aber die Sichtweise seines Vaters übernommen zu haben, der vor allem nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik ein erklärter Gegner der Atomkraft wurde. 

Kurzfristig dürften die Äußerungen keinen Einfluss auf die offizielle Atompolitik des Landes haben. Diese sieht eine langsame Verringerung der Abhängigkeit von Atomkraft vor.

Im März 2011 war durch ein Erdbeben mit darauf folgendem Tsunami das Atomkraftwerk Fukushima so schwer beschädigt worden, dass es in einigen Reaktorblöcken zur Kernschmelze kam und die Umgebung der Anlage radioaktiv verstrahlt wurde. Es war der weltweit schwerste Atomunfall seit dem GAU in Tschernobyl 1986.

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