Brennpunkte

Tausende Demonstranten fordern "Nahrungsmittelnotstand" in Argentinien

  • AFP - 12. September 2019, 12:25 Uhr
Bild vergrößern: Tausende Demonstranten fordern Nahrungsmittelnotstand in Argentinien
Demonstranten im Stadtzentrum von Buenos Aires
Bild: AFP

In Argentinien haben tausende Demonstranten die Regierung aufgefordert, wegen der schweren Wirtschaftskrise den 'Nahrungsmittelnotstand' auszurufen. Sie folgten am Mittwoch einem Protestaufruf zahlreicher Verbände und Gewerkschaften.

In Argentinien haben tausende Demonstranten die Regierung aufgefordert, wegen der schweren Wirtschaftskrise den "Nahrungsmittelnotstand" auszurufen. Die Demonstranten, darunter viele Familien mit kleinen Kindern, folgten am Mittwoch einem Protestaufruf zahlreicher Verbände und Gewerkschaften und versammelten sich im Stadtzentrum von Buenos Aires. Viele von ihnen wollten zwei Tage lang auf der Prachtstraße Avenida 9 de Julio ausharren.

Bei einer zweiten Protestaktion vor dem Präsidentenpalast auf der Plaza de Mayo richteten Demonstranten eine Suppenküche ein. Am Rande der Proteste kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei.

"Argentinien wird durch Untätigkeit, Hunger und Armut zugrunde gerichtet", sagte einer der Organisatoren der Proteste, Eduardo Belliboni. "Wir fordern Antworten, die der Situation angemessen sind. Wir wollen Sozialprogramme. Wir wollen eine Erhöhung der Gelder für die bestehenden Programme und eine Erhöhung der Essensrationen in den Schulen."

Das argentinische Parlament berät am Donnerstag über einen Gesetzentwurf der Opposition, der die Ausrufung des "Nahrungsmittelnotstands" fordert. Menschen, die wegen der galoppierenden Inflation nicht mehr genug zu Essen haben, sollen Hilfen bekommen. Die Regierung von Präsident Mauricio Macri lehnt den Vorschlag ab. Sie hat bereits andere Maßnahmen getroffen, unter anderem wurden die Steuern auf Grundnahrungsmittel gesenkt.

Argentinien befindet sich seit 2018 in der Rezession. Mit mehr als 55 Prozent hat das südamerikanische Land eine der höchsten Inflationsraten weltweit, auch Arbeitslosigkeit und Armut haben zugenommen. In den vergangenen Wochen hatte sich die Lage zugespitzt, nachdem Macri bei der Präsidentschaftsvorwahl eine herbe Niederlage erlitten hatte.

Weitere Meldungen

Prozess gegen Bruder von Algeriens Ex-Präsident Bouteflika eröffnet

Vor einem algerischen Militärgericht hat am Montag ein Prozess gegen den Bruder des im Frühjahr gestürzten Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, Saïd Bouteflika, begonnen. Saïd

Mehr
UN-Generalsekretär verkündet Bildung von Verfassungskomitee für Syrien

Nach jahrelangem Streit zwischen Regierung und Opposition in Syrien hat UN-Generalsekretär António Guterres die Bildung eines Verfassungskomitees für das Bürgerkriegsland

Mehr
EU-Staaten einigen sich auf Übergangslösung für Seenotrettung

Vittoriosa - Im Streit über die Verteilung von im Mittelmeer aus Seenot geretteten Flüchtlingen haben sich Deutschland, Frankreich, Italien und Malta auf eine Übergangslösung

Mehr

Top Meldungen

Chinesischer Batteriehersteller prüft Expansion in Deutschland

Berlin/Peking - Der chinesische Batteriehersteller CATL denkt über weitere Werke in Deutschland nach. "Wir prüfen eine Expansion", sagte Europachef Matthias Zentgraf der "Welt"

Mehr
Commerzbank-Chef erwartet Marktbereinigung

Frankfurt/Main - Die Commerzbank rechnet angesichts der schwierigeren Rahmenbedingungen mit mehr Bankfusionen und Übernahmen in Europa. Durch das aktuelle Zinsniveau und die

Mehr
Steuerzahlerbund gegen staatlichen Überbrückungskredit für Condor

Berlin - Der Präsident des Steuerzahlerbundes, Reiner Holznagel, hat sich gegen einen durch die Bundesregierung finanzierten Überbrückungskredit für die Fluglinie Condor

Mehr