Politik

Niedersachsens Grüne gegen massenhaftes Steigenlassen von Luftballons

  • AFP - 12. September 2019, 14:44 Uhr
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Ein Luftballon am Himmel
Bild: AFP

Niedersachsens Grüne haben sich gegen Veranstaltungen mit einem massenweisen Steigenlassen von Luftballons ausgesprochen. Landeschefin Anne Kura begrüßte am Donnerstag in Hannover eine entsprechende Initiative aus der Stadt Gütersloh.

Niedersachsens Grüne haben sich gegen Veranstaltungen mit einem massenweisen Steigenlassen von Luftballons ausgesprochen. Landeschefin Anne Kura begrüßte am Donnerstag in Hannover einen entsprechenden Ausschussbeschluss der Stadt Gütersloh. Sie widersprach Darstellungen, sie habe ein generelles Verbot von Luftballons gefordert.

"Auf der einen Seite steht das kurze schöne Bild von bunten Ballons in der Luft, auf der anderen das von verendeten Vögeln. Viele denken beim Steigenlassen von Ballons nicht daran, dass daran Tiere sterben können", erklärte Kura. "Deshalb sehen wir das Steigenlassen von gasgefüllten Luftballons sehr kritisch."

Weiter hieß es in einer Erklärung des Landesverbands: "Luftballons sind meist schön und machen Spaß - aber nicht, wenn sie in den Mägen von Vögeln landen." Die Grünen begrüßten darin einen einstimmigen Beschluss des Umweltausschusses von Gütersloh, wonach es Massenaktionen mit Luftballons bei städtischen Veranstaltungen oder Veranstaltungen auf städtischen Flächen nicht mehr geben solle. Ähnliche Beschlüsse gibt es demnach auch in einer Reihe niederländischer Städte.

Äußerungen Kuras in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" waren zuvor so interpretiert worden, dass die Grünen ein vollständiges Verbot von Luftballons forderten. Dem widersprach die Politikerin im Internetdienst Twitter: "Von einem allgemeinen Luftballon-Verbot war nie die Rede." In der Erklärung des Landesverbands heißt es dazu, es gehe nicht um Luftballons bei Kindergeburtstagen im Wohnzimmer oder bei Hochzeitsfeiern im Saal. Allerdings wollen die niedersächsischen Grünen bei eigenen Veranstaltungen auf Luftballons künftig verzichten.

In der "NOZ" hatte Kura darauf hingewiesen, dass in die Luft gelassene Ballons in den allermeisten Fällen in der Natur landeten, wo Vögel und andere Tiere die weichen Ballonreste fräßen und "dann mit vollem Magen" verhungerten. Auch Ballons aus Naturlatex seien dabei keine wirkliche Alternative.

Das niedersächsische Umweltministerium wies die Forderung zurück. "In den Himmel steigende Luftballons haben die Menschen schon immer mit Träumen und Hoffnungen verbunden. Warum sollten wir ihnen diese Gefühle nehmen?", sagte ein Ministeriumssprecher der "NOZ". "Ein Ballonverbot rettet die Welt ganz bestimmt nicht."

Auch die FDP kritisierte den Vorstoß der Grünen. "Der Überbietungswettbewerb der Verbote geht weiter", erklärte der Vizechef der FDP-Bundestagsfraktion, Michael Theurer. Er warf den Grünen eine "Öko-Radikalisierung" vor, die immer mehr Menschen in die Arme der AfD treibe.

Kritisch zu Luftballons äußerte sich der Umweltverband WWF. Steigende Luftballons seien "unnötiger Kunststoffmüll, der nicht mehr rückholbar und eine Gefahr für Seevögel ist", erklärte der WWF auf Twitter. Daher sei ein Verbot sinnvoll. Warnungen vor Luftballons kamen in der Vergangenheit auch von den Umweltverbänden BUND und Nabu.

Die EU hatte im März ein künftiges Verbot von Einweggeschirr und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff beschlossen. Auf ein ebenfalls diskutiertes Verbot, etwa bei Kindergeburtstagen Luftballons fliegen zu lassen, verzichtete das Europaparlament. Allerdings sollen Kennzeichnungen mit Hinweisen für eine möglichst umweltschonende Entsorgung vorgeschrieben werden.

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