Politik

Neue Gewalt zwischen Demonstranten und Polizei in Hongkong

  • AFP - 24. August 2019, 14:33 Uhr
Bild vergrößern: Neue Gewalt zwischen Demonstranten und Polizei in Hongkong
Radikale Demonstranten in Hongkong
Bild: AFP

Erstmals seit eineinhalb Wochen ist es bei Protesten der Demokratiebewegung in Hongkong wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Sicherheitskräfte gingen am Samstag mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor.

Erstmals seit eineinhalb Wochen ist es bei Protesten der Demokratiebewegung in Hongkong wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Sicherheitskräfte gingen am Samstag mit Tränengas und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Demonstranten schleuderten Gegenstände in Richtung der Polizei. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Zuvor hatten Polizisten einen Demonstrationszug mit mehreren tausend Teilnehmern blockiert, woraufhin radikale Aktivisten Straßenbarrikaden errichteten.

Die Demonstration im Industriebezirk Kwun Tong hatte zunächst friedlich begonnen. Viele Teilnehmer waren mit Schutzhelmen und Regenschirmen ausgerüstet. Vor einer Polizeiwache brachten dutzende Sicherheitskräfte den Zug jedoch zum Stehen.

Radikale Protestierende bauten daraufhin Barrikaden aus Straßenabsperrungen und Bambusstangen. Sie besprühten umliegende Wände mit Beleidigungen, die sich gegen die Polizei richteten. 

Im Verlauf des Nachmittags schleuderten einige Aktivisten Steine und andere Gegenstände in Richtung der Sicherheitskräfte, die daraufhin Schlagstöcke, Pfefferspray und Tränengas einsetzen. Die Polizei begründete ihr Vorgehen später mit einer "großen Gruppe gewalttätiger Protestierender", die Feuer gelegt und Steine geworfen hätten. Mehrere schwarz gekleidete Demonstranten wurden festgenommen.

In Hongkong gibt es seit drei Monaten Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Die chinesische Regierung hat den Demonstranten in der Sonderverwaltungszone zuletzt immer unverhohlener gedroht. So brachte sie die Demonstranten mit "Terrorismus" in Verbindung und schickte Truppen an die Grenze. Zuletzt wuchs deswegen die Sorge vor einem chinesischen Militäreinsatz.

Am vergangenen Sonntag waren trotz Drohungen Chinas 1,7 Millionen Menschen in Hongkong auf die Straße gegangen. Die Großkundgebung lenkte die Proteste nach einer tagelangen Gewalteskalation vorübergehend wieder in ruhigere Bahnen. Am Freitagabend bildeten dann tausende Demonstranten eine Menschenkette in der Stadt.

Derweil kehrte ein in China festgenommener Mitarbeiter des britischen Konsulats nach Hongkong zurück. Simon Cheng sei wieder in Hongkong, erklärte dessen Familie am Samstag auf Facebook. Er werde sich jetzt "einige Zeit zum Ausruhen und Erholen" nehmen. Cheng war am 8. August zu einer eintägigen Geschäftsreise in die benachbarte Metropole Shenzhen in Südchina aufgebrochen und danach nicht nach Hongkong zurückgekehrt.

Vor wenigen Tagen hatte China seine Festnahme bestätigt und erklärt, er sei wegen Verstoßes gegen ein Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit mit einer 15-tägigen Verwaltungshaft belegt worden. Das britische Außenministerium begrüßte die Rückkehr.

Großbritannien war die frühere Kolonialmacht in Hongkong. China hatte London bei der Übergabe Hongkongs im Jahr 1997 zugesichert, dass in der ehemals britischen Kolonie Grundrechte wie Meinungs- und Pressefreiheit für mindestens 50 Jahre gewahrt bleiben würden. Hongkongs wiedererstarkte Oppositionsbewegung wirft der Regierung aber vor, die als "Ein Land, zwei Systeme" bekannte Regelung zunehmend zu unterlaufen.

Weitere Meldungen

Staat zum Ende des ersten Halbjahrs mit rund 1,92 Billionen Euro verschuldet

Der deutsche Staat ist zum Ende des ersten Halbjahrs 2019 mit rund 1,92 Billionen Euro verschuldet gewesen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, war dies

Mehr
Designierter neuer Verdi-Chef will Kopplung öffentlicher Aufträge an Tariftreue

Der designierte neue Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat von der Politik entschiedene Schritte zur Stärkung der Tarifbindung in der privaten Wirtschaft

Mehr
Kramp-Karrenbauer für europäische Mission in Straße von Hormus

Bei ihrem Antrittsbesuch in den USA hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die Bereitschaft Deutschlands zu einem Engagement in der Straße von Hormus

Mehr

Top Meldungen

Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal gestiegen

Wiesbaden - Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal 2019 durchschnittlich um 5,2 Prozent höher gewesen als im Vorjahresquartal. Die Preise stiegen

Mehr
Versicherer steigern Beitragseinnahmen überraschend stark

Berlin - Die deutschen Versicherer haben trotz Minizinsen ihr Neugeschäft im laufenden Jahr stärker als gedacht gesteigert. Das Wachstum der Beitragseinnahmen habe sich im ersten

Mehr
Uber kritisiert Taxireform der Bundesregierung

Berlin - Der US-Mobilitätsanbieter Uber hat die überarbeiteten Pläne der Bundesregierung für eine Reform der Taxibranche als "bemerkenswert mutlos" kritisiert. Er könne "keine

Mehr