Brennpunkte

Vor Gibraltar festgesetzter Öltanker nimmt offenbar Fahrt wieder auf

  • AFP - 19. August 2019, 07:19 Uhr
Bild vergrößern: Vor Gibraltar festgesetzter Öltanker nimmt offenbar Fahrt wieder auf
Der Tanker "Grace 1" heißt jetzt "Adrian Darya"
Bild: AFP

Der vor mehr als sechs Wochen vor der Küste Gibraltars festgesetzte iranische Öltanker hat seine Fahrt offenbar wieder aufgenommen. Laut der Internetseite Marine Traffic setzte sich der Supertanker am Sonntagabend in Bewegung.

Der vor mehr als sechs Wochen vor der Küste Gibraltars festgesetzte iranische Öltanker hat seine Fahrt offenbar wieder aufgenommen. Laut der Internetseite Marine Traffic setzte sich der Supertanker am Sonntagabend in Bewegung. Die Behörden Gibraltars bestätigten dies zunächst nicht. Zuvor hatte Gibraltar die Forderung der USA zurückgewiesen, den Tanker dauerhaft zu beschlagnahmen.

Die Behörden des britischen Überseegebiets an der Südspitze Spaniens hatten die "Grace 1" am 4. Juli mit Unterstützung britischer Spezialeinheiten aufgebracht. Nach britischen Angaben sollte der Tanker iranisches Erdöl an Syrien liefern, was gegen EU-Sanktionen verstößt. Der Fall hatte die diplomatischen Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten weiter verschärft.

Am Donnerstag gab das Oberste Gericht Gibraltars den inzwischen in "Adrian Darya" umbenannten Tanker wieder frei. Teheran hatte Gibraltar zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werde.

Die US-Regierung verlangte am Freitag jedoch eine dauerhafte Beschlagnahmung der Tankers. Das US-Justizministerium beharrte darauf, dass der Tanker an "illegalen" Lieferungen an Syrien beteiligt sei. Nach Angaben des US-Justizministeriums werden die Lieferungen von den iranischen Revolutionsgarden organisiert, die in den USA als "Terrororganisation" eingestuft werden.

Gibraltar wies die US-Forderung am Sonntag aber zurück. Die US-Sanktionen gegen den Iran seien in der EU nicht anwendbar, teilten die Behörden mit.

Am Abend setzte sich der Tanker, der inzwischen in "Adrian Darya" umbenannt wurde und nach Angaben der iranischen Behörden nun unter iranischer Flagge fährt, mit einer neuen Besatzung wieder in Bewegung und fuhr laut der Website Marine Traffic zunächst Richtung Süden. Am frühen Montagmorgen hatte er seinen Kurs geändert und fuhr nun nach Osten. Die Website Marine Traffic gab die Stadt Kalamata in Griechenland als Zielort an.

Weitere Meldungen

EVP-Fraktionschef will EU-Migrationspakt mit Türkei verlängern

Brüssel - EVP-Fraktionschef Manfred Weber (CSU) fordert, den Flüchtlingsdeal zwischen der EU und der Türkei zu verlängern und die Zahlungen im Bedarfsfall künftig noch zu

Mehr
Malta startet unabhängige Untersuchung zum Mordfall Caruana Galizia

Zwei Jahre nach der Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia hat die Regierung in Malta eine unabhängige Untersuchung des Falls angeordnet. Regierungschef Joseph Muscat

Mehr
Ruhani: Ausländische Truppen erhöhen "Unsicherheit" in Golfregion

Die Präsenz ausländischer Truppen am Golf erhöht nach den Worten des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani die "Unsicherheit" in der Region. "Ausländische Truppen können Probleme

Mehr

Top Meldungen

UN-Klimagipfel: Deutschland tritt Allianz für Kohleausstieg bei

New York - Deutschland tritt an diesem Sonntag der internationalen Allianz für den Kohleausstieg bei. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will den Beitritt am Rande des

Mehr
Bericht: Bahn baut ICE-Flotte weiter aus

Berlin - Die Deutsche Bahn baut laut eines Zeitungsberichts ihre ICE-Flotte weiter aus. Jährlich sollten 18 neue ICE-4-Züge eingesetzt werden, berichtet die "Bild am Sonntag".

Mehr
Entsorger fordern 50 Euro Pfand für Lithium-Ionen-Akkus

Berlin - Deutschlands Entsorger fordern nach zahlreichen Bränden in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen eine Pfandpflicht für Lithium-Ionen-Akkus - und zwar in empfindlicher Höhe.

Mehr