Brennpunkte

Gericht spricht "Hollywood Ripper" des Mordes an zwei Frauen schuldig

  • AFP - 16. August 2019, 13:30 Uhr
Bild vergrößern: Gericht spricht Hollywood Ripper des Mordes an zwei Frauen schuldig
Michael Gargiulo
Bild: AFP

Ein in US-Gericht hat einen als 'Hollywood Ripper' bekannt gewordenen Gewalttäter wegen zweifachen Mordes schuldig gesprochen. Unter den Opfern war eine Bekannte von Schauspieler Ashton Kutcher.

Ein US-Gericht hat einen als "Hollywood Ripper" bekannt gewordenen Gewalttäter wegen zweifachen Mordes schuldig gesprochen. Die Geschworenen in Los Angeles kamen am Donnerstag nach viertägigen Beratungen zu dem Schluss, dass der 43-jährige Michael Gargiulo zwei Frauen tötete, darunter eine Bekannte des Schauspielers Ashton Kutcher. 

Staatsanwalt Dan Akemon hatte Gargiulo als "eiskalten Serienmörder" beschrieben, der sich gezielt Frauen aus seiner Nachbarschaft als Opfer suchte und bei "wilden Messerangriffen" tötete. Der 43-Jährige bestritt die Taten. Seine Anwälte betonten, es gebe keine Beweise dafür, dass ihr Mandant zum Zeitpunkt der 2001 und 2005 verübten Morde am Tatort gewesen sei. Zudem führten sie an, eine Persönlichkeitsstörung könne der Grund für den Angriff auf eine dritte Frau gewesen sein, die überlebte.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Dabei soll geklärt werden, ob Gargiulo zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. Anschließend soll das Strafmaß verkündet werden. Dem 43-Jährigen droht die Todesstrafe. 

Staatsanwalt Akemon führte aus, Gargiulo habe bei seinen Morden auf die perfekte Gelegenheit gewartet, um seine Opfer nachts in oder nahe ihren Wohnungen "absolut geplant" zu töten. Die ermordeten Frauen hatten demnach Verletzungen im Brustbereich, eine wurde fast enthauptet.

Im Prozess hatte Schauspieler Ashton Kutcher ("Die wilden Siebziger", "Two and a Half Men") als Zeuge ausgesagt. Er war 2001 mit dem Gargiulo-Opfer Ashley Ellerin verabredet, einer 22-jährigen Modedesign-Studentin. Vor Gericht schilderte er, wie er sie zu einer Verabredung abholen wollte. Er sei zu spät gewesen und niemand habe die Tür geöffnet.

Kutchers Bericht zufolge schaute er durch ein Fenster und sah auf dem Boden etwas, was er für verschütteten Rotwein hielt. Dann sei er in der Annahme gegangen, dass Ellerin das Haus bereits verlassen hatte.

Ellerin wurde mit 47 Messerstichen getötet. Das zweite Opfer, die 32-jährige Maria Bruno, wurde 2005 im Schlaf in ihrer Wohnung mit 17 Messerstichen ermordet. 2008 wurde Gargiulo in Santa Monica nach einem Angriff auf eine dritte Frau festgenommen. Sie überlebte, obwohl der Täter achtmal auf sie eingestochen hatte. Für diese Tat wurde Gargiulo am Donnerstag des versuchten Mordes schuldig gesprochen. 

Auf den 43-Jährigen wartet noch ein weiterer Prozess wegen der Ermordung einer jungen Frau im Jahr 1993 im US-Bundesstaat Illinois. 

Weitere Meldungen

Polizei tötet zwei Rohingya in Flüchtlingslager in Bangladesch

Die Polizei in Bangladesch hat nach eigenen Angaben in einem Flüchtlingslager im Süden des Landes bei einem Feuergefecht zwei Rohingya-Flüchtlinge getötet. "Beide Männer starben,

Mehr
Ukrainische Soldaten marschieren trotz Absage von Militärparade

Nach der Absage der traditionellen Militärparade haben in Kiew rund 20.000 Menschen an einem inoffiziellen Marsch anlässlich des ukrainischen Unabhängigkeitstags teilgenommen.

Mehr
Hunderte neue Feuer in Brasilien

Im Amazonas-Regenwald in Nordbrasilien sind hunderte neue Waldbrände ausgebrochen. Wie das staatliche brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE am Samstag mitteilte,

Mehr

Top Meldungen

EZB-Entscheid: Bundesbankpräsident warnt vor "Aktionismus"

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über mögliche weitere Zinssenkungen oder Anleihekäufe hat

Mehr
Bremens Regierungschef gegen Enteignung von Wohnungskonzernen

Bremen - Bremens neuer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) ist gegen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Er sprach er sich stattdessen dafür aus, den Konzernen den

Mehr
Merz hält GroKo-Gesetz zum Soli-Abbau für verfassungswidrig

Berlin - Die Regierungspläne zum Abbau des Solidaritätszuschlags sind nach Einschätzung des CDU-Wirtschaftspolitikers Friedrich Merz nicht verfassungsgemäß. "Der Abbau des Soli

Mehr