Wirtschaft

Energieverband beruft Grünen-Politikerin Andreae zur neuen Hauptgeschäftsführerin

  • AFP - 13. August 2019, 16:04 Uhr
Bild vergrößern: Energieverband beruft Grünen-Politikerin Andreae zur neuen Hauptgeschäftsführerin
Kerstin Andreae im Jahr 2017
Bild: AFP

Die Grünen-Politikerin Kerstin Andreae wechselt an die Spitze des Energieverbands BDEW. Der Vorstand des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) berief Andreae zur neuen Hauptgeschäftsführerin.

Die Grünen-Politikerin Kerstin Andreae wechselt an die Spitze des Energieverbands BDEW. Der Vorstand des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) berief Andreae am Dienstag zur neuen Hauptgeschäftsführerin. Den Posten wird sie am 1. November übernehmen. Ende Oktober legt sie zudem ihr Bundestagsmandat nieder - zuletzt war sie wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Die Fraktionsspitze gratulierte Andreae und dankte ihr für die jahrelange Prägung der "grünen Wirtschaftspolitik".

BDEW-Präsidentin Marie-Luise Wolff lobte Andreae als "wirtschaftspolitisch außerordentlich erfahren". Sie stehe für eine "entschlossene, effiziente Energie- und Klimapolitik, basierend auf einer sowohl ökonomisch als auch ökologisch erfolgreichen Wirtschaft". Damit passe sie "hervorragend" zum BDEW. Die 50-Jährige löst den jetzigen Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer ab, der Chef des Netzbetreibers 50Hertz wird.

Andreae ist Diplom-Volkswirtin und gilt als pragmatisch. So hatte sie stets für ein besseres Verhältnis ihrer Partei zur Wirtschaft geworben. Zu ihrer Berufung erklärte sie am Dienstag, sie freue sich nun darauf, sich "mit voller Kraft für die Interessen der Energie- und Wasserwirtschaft einsetzen zu können". Ihr liege der ökologische Umbau der Wirtschaft ebenso am Herzen wie die Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

Mit Andreae bleibt der Lobbyverband gut vernetzt in der Politik. Der scheidende Hauptgeschäftsführer Kapferer war zuvor Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, seine Vorgängerin wiederum war Hildegard Müller, ehemalige Staatsministerin im Bundeskanzleramt. Sie wechselte zum Energiekonzern RWE. Der BDEW vertritt 1900 Unternehmen der deutschen Strom-, Gas- und Wasserwirtschaft, darunter auch große Konzerne wie RWE und Eon.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter gratulierten Andreae zu ihrem neuen Job und dankten ihr für ihren jahrelangen Einsatz für die "Weiterentwicklung und Stärkung des wirtschaftspolitischen Profils" der Fraktion. So habe sie unter anderem grüne Konzepte zur Förderung von Unternehmensgründungen entwickelt und sich für einen offenen Dialog mit allen beteiligten Wirtschaftsakteuren eingesetzt.

Weitere Meldungen

Bremens Regierungschef gegen Enteignung von Wohnungskonzernen

Bremen - Bremens neuer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) ist gegen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Er sprach er sich stattdessen dafür aus, den Konzernen den

Mehr
CO2-Steuer würde Haushalte hunderte Euro kosten

Berlin - Die von der Bundesregierung geplante Einführung eines Preises für Kohlendioxid (CO2) könnte Wohnen in den nächsten Jahren deutlich verteuern. Das berichtet das

Mehr
UFO dementiert Streikankündigung bei Condor

Mörfelden-Walldorf - Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat einen Bericht des Spiegels dementiert, wonach ein Streik bei der Fluggesellschaft Condor drohe. "Eine Streikandrohung

Mehr

Top Meldungen

EZB-Entscheid: Bundesbankpräsident warnt vor "Aktionismus"

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über mögliche weitere Zinssenkungen oder Anleihekäufe hat

Mehr
Merz hält GroKo-Gesetz zum Soli-Abbau für verfassungswidrig

Berlin - Die Regierungspläne zum Abbau des Solidaritätszuschlags sind nach Einschätzung des CDU-Wirtschaftspolitikers Friedrich Merz nicht verfassungsgemäß. "Der Abbau des Soli

Mehr
Scholz unterstützt Vorstoß für Vermögensteuer

Berlin - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat sich hinter Forderungen aus seiner Partei gestellt, die Vermögensteuer in Deutschland wieder einzuführen. "Ich habe die

Mehr