Wirtschaft

Deutsche Post bekommt neuen Ärger wegen "Einkauf Aktuell"

  • dts - 21. Juli 2019
Bild vergrößern: Deutsche Post bekommt neuen Ärger wegen Einkauf Aktuell
Einkauf Aktuell
dts

.

Bonn - Der Deutschen Post drohen neue rechtliche Auseinandersetzungen wegen ihrer wöchentlichen Werbewurfsendung "Einkauf Aktuell". Eine Bürgerinitiative bereitet insgesamt sieben Klagen in mehreren Bundesländern gegen den Konzern vor, berichtet die "Welt am Sonntag".

Darin geht es um die Frage, ob die Postboten Haushalten die Werbepost in den Briefkasten stecken dürfen, auch wenn die Bewohner dem Erhalt schriftlich widersprochen haben. Die Initiative hofft, auf diese Weise ein Grundsatzurteil erstreiten zu können - das Haushalten eine unkomplizierte Abmeldung vom Erhalt der Werbung ermöglichen soll. Für die Post würde dies bedeuten, dass das Geschäftsmodell auf der Kippe stünde. Die Post liefert nach eigenen Angaben jede Woche rund 20 Millionen Exemplare von "Einkauf Aktuell" aus. In den Werbeprospekten schalten Unternehmen Anzeigen. Mit diesem Geschäft soll die Post angeblich pro Jahr einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro erzielen, schreibt die Zeitung. Der Konzern selbst gibt keine Umsatz- und Gewinnzahlen für diesen Geschäftsbereich heraus. Die Bürgerinitiative "Letzte Werbung" beklagt, dass durch die Werbepost in großem Umfang Plastikmüll und Altpapier anfallen. Nach Angaben von Forschern soll "Einkauf Aktuell" etwa für die Hälfte allen Papiermülls verantwortlich sein, der pro Monat in den Briefkästen der Deutschen landet. Die Deutsche Post antwortete auf Fragen der "Welt am Sonntag", sie ermögliche Kunden bisher nicht die schriftliche Kündigung, weil es in einem Massengeschäft "nicht möglich sei, einzelne Empfänger über Namenslisten auszunehmen". Die Plastikfolie um die Werbehefte seien notwendig, damit die Hefte "vollständig und nicht verdreckt oder nass" beim Empfänger ankämen. Allgemeine Schilder Mehrfamilienhäusern, die die Werbung verbieten, werden von den Postboten ignoriert, weil es sein könne, dass einzelne Bewohner die Werbeprospekte haben wollen, hat die Post schon bei Rechtsstreitereien in der Vergangenheit argumentiert. Oftmals landen die Prospekte einfach auf dem Treppenabsatz.

Weitere Meldungen

Studie: Großstadtbewohner leben auf immer weniger Quadratmetern

Berlin - Großstadtbewohner in Deutschland leben auf immer weniger Quadratmetern. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine noch

Mehr
Bremens Regierungschef gegen Enteignung von Wohnungskonzernen

Bremen - Bremens neuer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) ist gegen die Enteignung von Wohnungskonzernen. Er sprach er sich stattdessen dafür aus, den Konzernen den

Mehr
CO2-Steuer würde Haushalte hunderte Euro kosten

Berlin - Die von der Bundesregierung geplante Einführung eines Preises für Kohlendioxid (CO2) könnte Wohnen in den nächsten Jahren deutlich verteuern. Das berichtet das

Mehr

Top Meldungen

SPD-Konzept zur Vermögensteuer: Beifall von der Linkspartei

Berlin - Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, hat das SPD-Konzept zur Wiedereinführung einer Vermögensteuer grundsätzlich gutgeheißen. "Dass die SPD auch endlich

Mehr
Ex-Steuerabteilungsleiter will Soli-Abschaffung ab 2020

Berlin - Der frühere Abteilungsleiter Steuern im Bundesfinanzministerium, Michael Sell, hält die Erhebung des Soli ab dem kommenden Jahr "in jeder Form für nicht gerichtsfest".

Mehr
EZB-Entscheid: Bundesbankpräsident warnt vor "Aktionismus"

Frankfurt/Main - Knapp drei Wochen vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über mögliche weitere Zinssenkungen oder Anleihekäufe hat

Mehr