Politik

SPD will Geringverdiener bei CO2-Bepreisung mit "Klimaprämie" entlasten

  • AFP - 20. Juli 2019, 14:29 Uhr
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Rauchende Schornsteine in Straubing
Bild: AFP

In der Debatte um eine CO2-Bepreisung setzt die SPD auf eine 'Klimaprämie'. Ziel sei es, Menschen mit niedrigem CO2-Verbrauch und insbesondere Geringverdiener zu entlasten, sagte die kommissarische Parteichefin Malu Dreyer.

In der Debatte um eine CO2-Bepreisung setzt die SPD auf eine "Klimaprämie". Ziel sei es, Menschen mit einem niedrigen CO2-Verbrauch und insbesondere Geringverdiener zu entlasten, sagte die kommissarische Parteichefin Malu Dreyer der "Rheinischen Post" vom Samstag. "Benzin und Heizöl werden teurer, dafür wird im Gegenzug pro Kopf eine Klimaprämie ausgezahlt." Die FDP warf den Regierungsparteien vor, bei der Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen "ihre Glaubwürdigkeit verloren" zu haben.

Wer wenig CO2 verbrauche, werde "kräftig profitieren", sagte Dreyer. Dies betreffe insbesondere Menschen mit geringeren Einkommen, "weil sie typischerweise weniger CO2 verbrauchen". Wer das Klima hingegen stark belaste, habe am Ende "weniger in der Tasche", sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz der Zeitung. Mit dem CO2-Preis sollten nicht die Einnahmen des Finanzministers erhöht, sondern es solle sozial verträglich der CO2-Ausstoß reduziert werden.

In der Bundesregierung gibt es parteiübergreifend eine Bereitschaft zur Einführung einer CO2-Bepreisung auch in weiteren Bereichen wie Verkehr oder Gebäudeheizungen. Uneinigkeit besteht allerdings über den Weg dorthin.

Das sogenannte Klimakabinett hatte am Donnerstagabend über Modelle für eine CO2-Bepreisung beraten. Kontrovers diskutiert werden eine CO2-Steuer, die unter anderen Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) befürwortet, oder eine Ausweitung des Emissionshandels, wozu vor allem Unionspolitiker neigen. Bis zum 20. September will das Klimakabinett ein Maßnahmenpaket für mehr Klimaschutz verabschieden. Dieses soll danach gesetzlich festgeschrieben werden.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer erklärte dazu, wenn die Bundesregierung ein Mindestmaß an steuerpolitischer Glaubwürdigkeit wieder herstellen wolle, müsse sie den Soli vollständig abschaffen. Bis dahin seien "sämtliche Entlastungsversprechen zu mehr Klimaschutz blanker Hohn".

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