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Ukraine schlägt Russland Gefangenenaustausch vor

  • AFP - 19. Juli 2019, 18:43 Uhr
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Oleg Senzow in russischer Haft im Oktober 2017
Bild: AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. Kiew sei bereit, den russischen Journalisten Kirilo Wyschinski gegen den ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow auszutauschen, teilte Selenskyj mit.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. Kiew sei bereit, den russischen Journalisten Kirilo Wyschinski gegen den ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow auszutauschen, teilte Selenskyj am Freitag mit. Die russische Menschenrechtskommissarin Tatjana Moskalkowa wies das Angebot zurück. Wyschinski selbst lehne einen Austausch "kategorisch" ab, teilte sie mit. Der Journalist müsse ohne "jegliche Bedingungen" freigelassen werden.

Der ukrainische Filmemacher Senzow war im Mai 2014 festgenommen worden, nachdem er öffentlich gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland protestiert hatte. Anschließend wurde er in einem international kritisierten Prozess wegen Vorbereitung eines "terroristischen Anschlags" zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der 43-Jährige ist der bekannteste von dutzenden in Russland inhaftierten Ukrainern, die Kiew als politische Gefangene ansieht.

Wyschinski, der für die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti in Kiew tätig war, wurde im Mai 2018 wegen des Vorwurfs des Hochverrats festgenommen. Der heute 52-Jährige habe 2014 nach der Annexion der Krim durch Moskau "subversive" Berichterstattung zu deren Rechtfertigung betrieben, hieß es zur Begründung. 

Wyschinski, der sowohl die ukrainische als auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, wartet derzeit auf seinen Prozess. Ein Gericht in Kiew verlängerte am Freitag seine Haft für weitere zwei Monate, was von Moskau scharf kritisiert wurde. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums bezeichnete die Entscheidung im Onlinedienst Facebook als "Schande". 

Kreml-Sprecher Sprecher Dmitri Peskow hatte am Donnerstag erklärt, eine "Rückkehr" von Wyschinski wäre ein "hervorragender erster Schritt", um die Beziehungen beider Länder zu verbessern. Das Verhältnis zwischen Kiew und Moskau ist seit der Krimkrise 2014 und dem bewaffneten Konflikt in der Ostukraine extrem angespannt. Selenskyj hatte in der vergangenen Woche erstmals mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert.

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