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Abgaswärmetauscher - die günstige Alternative zur neuen Heizung

  • Redaktion - 24. Juni 2019
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@ 3dman_eu (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

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Viele Betreiber älterer Heizungsanlagen bekommen beinahe einen Schlag, wenn die Heizkostenabrechnung mal wieder viel zu hoch ausfällt. Oft genug hören sie dann den wohlgemeinten Rat, die Heizung erneuern zu lassen. Woher sie das Geld dafür nehmen sollen, wissen allerdings auch die "Experten" nicht. Es gibt jedoch eine günstige Möglichkeit, die Heizkosten zu senken.

Die Alternative: ein Abgaswärmetauscher!

Die Anlage wird abgekürzt auch AWT genannt. Es handelt sich um eine Einrichtung, mit der Wärme aus Abgasen zurückgewonnen werden kann. Ein AWT kann in alle Heizungsanlage eingebaut werden, die mit Öl, Holz, Kohle oder anderen Brennstoffen betrieben werden. Selbst existierende Anlagen können mit einem AWT nachgerüstet werden und so ihre Effizienz steigern.

Wie funktioniert ein AWT?

Bei älteren Heizungsanlagen haben die Abgase, die durch den Schornstein ins Freie geleitet werden, Temperaturen von mehreren Hundert Grad. Das ist pure Verschwendung, weil die Wärme einfach ins Freie geblasen wird, anstatt sie zum Heizen zu nutzen. Genau das macht der AWT. Er wird zwischen Heizkessel und Kamin eingebaut. Bevor die heißen Abgase ins Freie geleitet werden, strömen sie durch den Wärmetauscher. Dort geben sie ihre Wärme entweder an das Heizwasser oder auch an das Brauchwasser ab. Durch das Zwischenschalten des AWT wird die Abgastemperatur auf +30°C bis +60°C reduziert. Die den Abgasen entzogene Wärme wird dazu genutzt, um das Heizwasser vorzuwärmen. Dadurch wird der Brennstoffbedarf der Heizung drastisch reduziert. Das Heizwasser zirkuliert durch die Anlage. Wenn es den Raum erwärmt hat, kühlt es sich ab. Dann wird es durch den AWT geleitet, wo es die Wärme der Abgase aufnimmt. Das Heizwasser erwärmt sich und die Abgase kühlen sich ab. Dadurch kondensiert der im Abgas enthaltene Wasserdampf, wodurch zusätzlich Wärme entzogen wird. Durch das Wasser können einige Schadstoffe aus den Abgasen ausgewaschen werden, wodurch die Arbeit der Filteranlagen erleichtert wird. Das Kondensat kann in eine Neutralisationsbox und danach in die Kanalisation geleitet werden.

Welche Vorteile hat ein AWT?

Das System kann in fast allen Heizungsanlagen eingesetzt werden, die mit flüssigen oder festen Brennstoffen betrieben werden. Die Nachrüstung auch älterer Anlage ist in der Regel ohne Probleme möglich. Im Vergleich zu einer neuen Heizung betragen die Kosten für einen Abgaswärmetauscher nur einen Bruchteil. Der AWT ist sehr kompakt und nimmt kaum Platz weg. Die existierende Anlage muss nur geringfügig verändert werden. Ein weiterer Pluspunkt des AWT ist der Fakt, dass er weitgehend wartungsfrei arbeitet und eine lange Lebensdauer besitzt. Unter Umständen könnte es höchstens nötig werden, im Kamin einen speziellen Ventilator zu installieren, der die Abgase aus dem Schornstein drückt, weil sie durch den AWT zu kühl sind, um von allein aufzusteigen. Dieser geringe Aufwand steht aber in keinem Verhältnis zum großen Potential der Einsparung.

Wer eine ältere Heizungsanlage besitzt, klagt oft über die hohen Heizkosten. Durch den Einbau eines AWT kann die Effizienz bedeutend gesteigert werden und das mit relativ geringen Kosten und Montageaufwand. In vielen Fällen stellt ein AWT eine gute Alternative zur kompletten Erneuerung der Heizung dar. Bevor ein solches Vorhaben in Angriff genommen wird, sollte auf jeden Fall der Rat eines Experten eingeholt werden.

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