Wirtschaft

Massiver "Drehtür-Effekt" in Jobcentern

  • dts - 19. Juni 2019, 15:38 Uhr
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Jobcenter in Halle
dts

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Berlin - In Deutschlands Jobcentern hat es einen massiven "Drehtür-Effekt" gegeben: Im vergangenen Jahr waren Hunderttausende frühere Hartz-IV-Empfänger nach kurzer Zeit wieder auf die staatliche Leistung angewiesen. "Nach der Grundsicherungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit beendeten im Jahr 2018 rund 1.743.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte den Regelleistungsbezug in der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Von diesen befanden sich rund 23 Prozent innerhalb von drei Monaten wieder in Regelleistungsbezug", heißt es in der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl, über die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagsausgaben) berichten.

Laut Arbeitsministerium haben in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres 938.455 Hartz-IV-Empfänger einen sozialversicherungspflichtigen Job angetreten. Allerdings sei nur in 390.661 Fällen eine Vermittlung in eine Beschäftigung gelungen, die dazu führte, dass die Betroffenen in den nächsten drei Monaten keine Hartz-IV-Leistungen mehr beziehen mussten. Ferschl sieht Nachholbedarf bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt.

"Die Zahlen machen deutlich: Hartz IV zwingt Menschen mit Sanktionen in miese, oft nur kurzfristige Jobs. So bleiben sie weiter abhängig vom Amt oder kommen - wenn überhaupt - nur kurzzeitig aus dem Hartz-IV-Bezug heraus", so die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion. Die "Agenda 2010-Politik" sei eine Sackgasse und habe jeden fünften Erwerbstätigen arm gemacht. "Die Menschen wollen arbeiten, aber zu würdevollen Bedingungen. Deshalb muss Schluss sein mit der Ausbeutung im Niedriglohnsektor - mit Leiharbeit, Minijobs und Befristungswahnsinn", sagte Ferschl den Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland".

Man brauche "endlich eine Kehrtwende am Arbeitsmarkt und politische Rahmenbedingungen für eine Stärkung gewerkschaftlicher Organisationsmacht und der Tarifbindung", so die Linken-Politikerin weiter.

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