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Die Bahn stellt die Weichen für eine stärkere Schiene

  • ampnet - 19. Juni 2019, 12:35 Uhr

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Der Vorstand der Deutschen Bahn AG hat dem Aufsichtsrat gestern in einer ganztägigen Sondersitzung in Potsdam seine neue Strategie ,,Starke Schiene" vorgestellt. Künftig will sich das Unternehmen auf einen konsequenten Ausbau seines Kerngeschäftes konzentrieren. DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz erklärte: ,,Deutschland wird seine Klimaziele nur erreichen, wenn es im kommenden Jahrzehnt gelingt, massiv Verkehr auf die Schiene zu verlagern. Deutschland braucht eine starke Schiene: für das Klima, für die Menschen, für die Wirtschaft und nicht zuletzt für Europa."

Ende des vergangenen Jahres hatte der DB-Vorstand mit der ,,Agenda für eine bessere Bahn" begonnen, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, Qualität und Pünktlichkeit zu erhöhen und die Kundenzufriedenheit zu verbessern. Mit der neuen Dachstrategie ,,Starke Schiene" für den Personen- und Güterverkehr wird jetzt ein größerer Rahmen geschaffen. Zu den Kernprojekten gehören die schrittweise Digitalisierung des Eisenbahnnetzes sowie langfristig Neu- und Ausbauten. Die Bahn will zweistellige Milliardenbeträge in neue Züge investieren und die Betriebsleistung auf dem Netz um 30 Prozent steigern. 350 Millionen Trassenkilometer sollen neu geschaffen werden. Zudem werden in den nächsten Jahren über 100 000 neue Mitarbeiter eingestellt. In 20 Jahren, so das Ziel, wird die Deutsche Bahn zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Das wäre deutlich früher als zuletzt vorgesehen.

Im Fernverkehr möchte das Unternehmen die Zahl der Reisenden auf mehr als 260 Millionen pro Jahr verdoppeln. Dazu beitragen sollen zusätzliche Direktverbindungen und höhere Frequenzen. Für über 30 Großstädte soll der 30-Minuten-Takt zwischen Deutschlands Metropolen eingeführt werden. Durch die Integration mit modernen Mobilitätsformen sollen mehr Menschen für Schiene und ÖPNV gewonnen werden. Die DB wird die Platzkapazität im Fernverkehr um bis zu 100 Prozent erhöhen. Dafür wird die Flotte auf bis zu 600 Fahrzeuge ausgebaut - insbesondere durch Investitionen in Hochgeschwindigkeitszüge. Die Anbindung von kleinen und mittleren Städten soll mindestens im Zwei-Stunden-Takt erfolgen. Und im Regionalverkehr werden gemeinsam mit den Aufgabenträgern fast 1000 Bestandsfahrzeuge mit bis zu zwölf Prozent mehr Plätzen ausgestattet. Bei den Bahnhöfen strebt das Unternehmen eine Verdoppelung der Kapazität auf bis zu 40 Millionen Gäste täglich. Das Umsteigen zwischen den Systemen Schiene, Rad und Bus sowie neuen Mobilitätsangeboten (Carsharing, E-Scooter) soll erleichtert werden.

Im Güterverkehr wappnet sich DB Cargo für eine Zunahme der Leistung um 70 Prozent. Über 300 neue Loks sollen in Betrieb gehen. Der Marktanteil im Schienengüterverkehr soll von heute 18 auf 25 Prozent in dem wachsenden Markt steigen. Zudem soll durch Systemzugang ein Einzelwagenverkehr etabliert werden. (ampnet/jri)

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