Politik

Boris Johnson gewinnt erste Wahlrunde für Tory-Vorsitz mit deutlichem Vorsprung

  • AFP - 13. Juni 2019, 18:24 Uhr
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Boris Johnson gewinnt erste Wahlrunde
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Mit einem klaren Vorsprung hat der britische Ex-Außenminister Boris Johnson die erste Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der regierenden Tory-Partei für sich entschieden.

Mit haushohem Vorsprung hat der britische Ex-Außenminister Boris Johnson die erste Runde zur Wahl des neuen Vorsitzenden der regierenden Tory-Partei für sich entschieden. Im ersten Wahlgang stimmten am Donnerstag 114 von 313 Tory-Abgeordneten im britischen Unterhaus für Johnson. Drei Bewerber für den Parteivorsitz schieden bei der geheimen Abstimmung aus, damit sind jetzt noch sieben Kandidaten im Rennen.

Außenminister Jeremy Hunt landete mit 43 Stimmen und damit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Auf Platz drei folgte Umweltminister Michael Gove mit 37 Stimmen. Der ehemalige Brexit-Minister Dominic Raab erhielt 27 Stimmen, Innenminister Sajid Javid 23 und Gesundheitsminister Matt Hancock 20. 

Der Minister für internationale Entwicklung, Rory Stewart, schaffte es dank einer originellen Online-Kampagne, die ihn für liberalere Parteimitglieder und die Öffentlichkeit attraktiv gemacht hatte, mit 19 Stimmen knapp auf den siebten Platz. Die nächste Runde sei ein "Kopf-an-Kopf-Rennen", sagte Stewart. "Ich fühle mich wirklich inspiriert und ermutigt."

Hunt und Gove liegen im Ringen um die Stimmen des gemäßigten Lagers der Partei in etwa gleichauf. Der moderate Flügel wünscht sich eine weniger strikte Haltung in den Brexit-Verhandlungen mit der EU. Raab verfolgt hingegen eine ähnliche Linie wie Johnson. Auch er hat bereits angekündigt, er sei offen für einen "No Deal", sollte die EU bis Oktober keine besseren Austrittsbedingungen anbieten.

"Natürlich freuen wir uns über das Ergebnis, aber der Weg zum Sieg ist noch weit", sagte ein Sprecher Johnsons nach der ersten Abstimmungsrunde. Die Tory-Abgeordneten wählen in der kommenden Woche am Dienstag, Mittwoch und am Donnerstag, bis das Feld auf zwei Kandidaten geschrumpft ist. Zwischen diesen beiden entscheiden sich dann die rund 160.000 Parteimitglieder. Der neue Vorsitzende soll bis Ende Juli gekürt sein.

Premierministerin Theresa May war am Freitag offiziell als Parteichefin zurückgetreten, nachdem sie in ihrer Partei seit Monaten keinen ausreichenden Rückhalt für ihren Brexit-Kurs erhalten hatte. Nach den britischen Gepflogenheiten wird der Vorsitzende der Regierungspartei automatisch auch Premierminister.

Boris Johnson ist seinem Ziel, Regierungschef zu werden, derzeit so nahe wie nie zuvor - ein Ziel, das der 54-Jährige bereits seit Jahren verfolgt. Er hat versprochen, Großbritannien werde die EU am 31. Oktober verlassen - ob mit oder ohne Abkommen. Bei seinem offiziellen Wahlkampfauftakt für den Posten des Parteivorsitzenden am Mittwoch schlug er gemäßigtere Töne an und bezeichnete einen Brexit ohne Abkommen als "letzten Ausweg".

Der ehemalige Londoner Bürgermeister hat zudem angekündigt, er würde die Austrittsrechnung Großbritanniens nicht begleichen, bis die EU besseren Austrittskonditionen zustimme. Dem aktuellen Brexit-Abkommen zufolge müsste Großbritannien schätzungsweise 40 bis 45 Milliarden Euro zahlen. Brüssel pocht auf die Milliardenzahlung auch im Falle eines "No Deals".

Johnson gilt als Charismatiker und ist mit seinem Blondschopf unverkennbar. Kritiker werfen ihm jedoch auch einen gewissen Dilettantismus vor. Am Mittwoch entschuldigte er sich für seine manchmal beleidigenden Äußerungen, versprach aber, weiterhin "so offen wie möglich zu sprechen".

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