Wirtschaft

Studie: Löhne in der EU steigen um rund ein Prozent

  • AFP - 13. Juni 2019, 11:22 Uhr
Bild vergrößern: Studie: Löhne in der EU steigen um rund ein Prozent
Mitarbeiter in einem Büro in Berlin
Bild: AFP

Die Löhne in der Europäischen Union steigen wieder an: Im vergangenen Jahr gab es einen Reallohnzuwachs von im Schnitt 0,9 Prozent und auch für dieses Jahr wird mit einem Anstieg von rund 1,0 Prozent gerechnet.

Anzeige

Die Löhne in der Europäischen Union sind zuletzt wieder angestiegen: Im vergangenen Jahr gab es einen Reallohnzuwachs von im Schnitt 0,9 Prozent, und auch für dieses Jahr wird mit einem Anstieg von rund 1,0 Prozent gerechnet, wie der am Donnerstag veröffentlichte Europäische Tarifbericht des Forschungsinstituts der Hans-Böckler-Stiftung ergab. Demnach liegt Deutschland mit einem Zuwachs von 1,0 Prozent 2018 und 1,7 Prozent 2019 über dem EU-Durchschnitt.

Die Löhne in der Europäischen Union stiegen unter Berücksichtigung der Inflation im vergangenen Jahr doppelt so stark wie im Jahr zuvor. Besonders in den osteuropäischen Staaten zogen die Löhne an, die Länder liegen im Vergleich aber immer noch relativ weit hinten im Ranking. Wesentlicher Faktor für die steigenden Löhne seien Tarifabschlüsse, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Für ein ausgewogenes Wachstum der Löhne sei die Stärkung von Tarifverträgen wichtig.

Die "wirtschaftlichen Voraussetzungen für weitere Lohnerhöhungen" seien weiterhin gegeben, heißt es in der Studie. So seien die Volkswirtschaften der EU trotz einer Abschwächung der Konjunktur mit einem prognostizierten Plus von 1,4 Prozent für dieses Jahr "weiterhin auf Wachstumskurs". Die Arbeitslosigkeit sank 2018 in allen EU-Ländern, im Schnitt um 0,8 Prozentpunkte. Für 2019 rechnet die EU-Kommission mit einem weiteren Rückgang.

Die Spannbreite der durchschnittlichen jährlichen Entgelte, also der Löhne plus Arbeitgeberbeitrag zur Sozialversicherung, sei indes weiterhin groß, erklärte das Institut. Sie reiche von im Schnitt 70.000 Euro in Luxemburg (Platz eins) gefolgt von 59.300 in den Niederlanden (Platz zwei) bis hin zu 12.300 Euro in Rumänien und 9100 Euro in Bulgarien (vorletzter und letzter Platz).

Deutschland belegt mit im Schnitt 43.000 Euro Platz zehn, der EU-Durchschnitt beträgt 38.400 Euro. Grund für diese Platzierung seien vor allem Teilzeitbeschäftigungen mit geringer Stundenzahl, die in der Bundesrepublik häufiger vorkämen als im EU-Durchschnitt, erläuterte das WSI. Das Institut wertete für seine Studie Daten der Europäischen Statistikbehörde, der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie anderer europäischer Institutionen aus.

Weitere Meldungen

Scharfe Kritik an Chinas Ratingsystem für Unternehmen

Peking - Bundespolitiker sehen die Europäische Union und die Bundesregierung stärker in der Pflicht, sich mit dem Ratingsystem für in China tätige Unternehmen zu beschäftigen,

Mehr
FDP fordert vor Autogipfel keine einseitige Festlegung auf E-Autos

Vor dem Autogipfel im Kanzleramt fordert die FDP keine einseitige Festlegung auf Elektroautos. "Wir brauchen stattdessen mehr Marktwirtschaft und Technologieoffenheit, um

Mehr
Umweltministerin fordert von Söder Respekt für Kohlekonsens

Berlin - Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Forderung von CSU-Chef Markus Söder nach einem schnelleren Kohleausstieg schon bis 2030 scharf zurückgewiesen. "Klimaschutz

Mehr

Top Meldungen

Gravierender Rückgang bei Bäcker-Azubis in Mitteldeutschland

Halle (Saale) - Bäckereien in Mitteldeutschland bilden immer weniger Lehrlinge aus. Das geht aus Daten des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks hervor, über welche das

Mehr
Ifo-Präsident: Politik muss mehr in Strominfrastruktur investieren

München - Ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Politik aufgefordert, den Ausbau der Strominfrastruktur voranzutreiben, um so auch den Besitz von Elektroautos attraktiver zu

Mehr
Die Stau-Ampel steht auf Rot


Hoch "Ulla" lässt nicht nach und versorgt Deutschland mit Backofen-Wetter aus der Sahara. Und auch auf den Straßen geht es bald heiß her, wie die aktuelle Stau-Prognose

Mehr