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International Besorgnis nach mutmaßlichen Angriffen auf Tanker vor Irans Küste

  • AFP - 13. Juni 2019, 18:58 Uhr
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Der norwegische Tanker "Front Altair"
Bild: AFP

Bilder zweier brennender Tanker vor der Küste des Iran haben die Sorge vor einer Eskalation in der Region weltweit verstärkt. Der UN-Sicherheitsrat sollte noch am Donnerstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

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Bilder zweier brennender Tanker vor der Küste des Iran haben die Sorge vor einer Eskalation in der Region weltweit verstärkt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte die "Sicherheitsvorfälle" im Golf von Oman am Donnerstag. Wie aus Diplomatenkreisen verlautete, sollte der UN-Sicherheitsrat auf Initiative der USA noch am Donnerstag in New York zu einer Dringlichkeitssitzung hinter verschlossenen Türen zusammenkommen. Die beiden Schiffe, von denen eines von einer deutschen Reederei betrieben wird, hatten am Morgen Notrufe abgesetzt, die Besatzungen wurden evakuiert.

Die Fünfte Flotte der US-Marine meldete am Morgen zunächst, zwei Tanker hätten im Golf von Oman nach einem "Angriff" Notrufe abgesetzt. Die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, die iranische Marine habe "44 Matrosen der zwei ausländischen Öltanker" in den iranischen Hafen Bandar-e-Dschask gebracht.

Die norwegische Seefahrtsbehörde teilte später mit, es habe um 06.03 Uhr an Bord des norwegischen Tankers "Front Altair" drei Explosionen gegeben. Es sei niemand verletzt worden, doch stehe das Schiff in Flammen, Rettungskräfte seien im Einsatz. Obwohl der Hintergrund der "Angriffe" noch unklar sei, empfahl die norwegische Behörde allen Schiffen, die Gewässer vor der Küste des Iran vorläufig zu meiden.

Bei dem zweiten Tanker handelt es sich um die "Kokuka Courageous" der japanischen Firma Kokuka Sangyo Ltd. Deren Chef bestätigte, dass die 21-köpfige Besatzung gerettet worden sei. Laut der Hamburger Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM), die das Schiff betreibt, wurden die Crew-Mitglieder von einem vorbeifahrenden Schiff aufgenommen. Das Schiff drohe nicht zu sinken, hieß es.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nannte die Angriffe auf die Tanker mit "Verbindungen zu Japan" äußerst verdächtig. Sie hätten sich während "freundschaftlicher Gespräche" des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei ereignet, schrieb Sarif auf Twitter. Abe bemüht sich derzeit in Teheran um Vermittlung im Konflikt zwischen dem Iran und den USA.

Der Vorfall ereignete sich einen Monat nach "Sabotageakten" gegen vier Schiffe vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate. Saudi-Arabien machte damals den Iran dafür verantwortlich, auch die US-Regierung wies später auf Teheran als mutmaßlichen Verantwortlichen. Der Iran wies jede Verwicklung in die Vorfälle zurück.

Die "Sabotageakte" gegen die Schiffen heizten die Spannungen mit den USA weiter an, die Anfang Mai unter Verweis auf eine nicht näher genannte Bedrohung durch den Iran ihre Truppen in der Golfregion deutlich verstärkt hatten. 

Unmittelbar nach dem neuen Vorfall am Donnerstag stieg der Ölpreis um vier Prozent, sank später jedoch wieder etwas. Ein großer Teil des weltweiten Öltransports läuft durch den Persischen Golf, die Straße von Hormus und den Golf von Oman.

UN-Chef Guterres warnte, die Welt könne sich eine größere Konfrontation in der Golfregion nicht leisten. Er verurteile "jeden Angriff gegen die zivile Schifffahrt", sagte Guterres. Die Tatsachen müssten festgestellt und die Verantwortung geklärt werden.

Wie das Weiße Haus in Washington mitteilte, wurde US-Präsident Donald Trump über den Vorfall informiert. Die Regierung werde mit der Bewertung der Situation fortfahren, erklärte Sprecherin Sarah Sanders. 

Laut der Nachrichtenagentur Irna war die "Kokuka Courageous" mit einer Ladung Methanol aus einem saudiarabischen Hafen auf dem Weg nach Singapur. Die "Front Altair" hatte demnach Ethanol aus Katar an Bord und wollte nach Taiwan. Die mutmaßlichen Angriffe ereigneten sich innerhalb einer Stunde 25 Seemeilen und 28 Seemeilen vom Hafen Bandar-e-Dschask entfernt.

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